Petition der Gastro-Branche

Breite Allianz fordert Gastro-Start

Offener Brief an Bundesregierung soll Wiedereröffnungen beschleunigen

Eine Bittschrift an die Bundeskanzlerin soll Abhilfe schaffen Eine Bittschrift an die Bundeskanzlerin soll Abhilfe schaffen

Mit einem eindringlichen Appell haben sich zahlreiche Chefköche und Restaurantbetreiber, Lebensmittelproduzenten, Hersteller und Berater für die Gastronomie, Gastro-Fachmedien und Großhändler an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt. Ziel ist es, einen möglichst zeitnahen, achtsamen Neustart in der Gastronomie zu schaffen sowie konkrete Fördermaßnahmen auf den Weg zu bringen.

Um eine Pleitewelle der Gastro-Branche abzuwenden, starten Betroffene eine Petition Um eine Pleitewelle der Gastro-Branche abzuwenden, starten Betroffene eine Petition

Forderung von Lockerungen der Gastro-Restriktionen

Aus dem Apell an die Bundeskanzlerin geht folgendes hervor: "Die Unterzeichner des offenen Briefes sehen zahlreiche der mehr als 220.000 Gastronomiebetriebe in Deutschland mit ca. 2,4 Millionen Beschäftigten einem existenziellen Risiko ausgesetzt. Sie fordern deshalb von der Bundesregierung, "einen Neustart einer verantwortungsbewussten Gastronomie" zu ermöglichen und den Gastronomen damit eine gesicherte Perspektive zu geben. Außerdem setzen sich die Unterzeichner dafür ein, konkrete Fördermaßnahmen für die Gastronomie auf den Weg zu bringen, "um die Vielfalt und Qualität der Gastronomie nachhaltig zu schützen".

Für diese Forderungen sprechen nach Ansicht der Unterzeichner nicht nur wirtschaftliche Gründe. In dem Brief heißt es:

  • "Die Gastronomie ist ein enorm wichtiger Teil unserer Gesellschaft und Kultur. Sie bereichert durch ihre Vielfalt, Kreativität, Leidenschaft und Qualität das tägliche Leben aller Bürger und Bürgerinnen in Deutschland. Wir dürfen diesen wichtigen Teil unserer Lebensqualität nicht aufs Spiel setzen, zumal die Sehnsucht in der Bevölkerung stetig steigt: In zahlreichen Umfragen hinsichtlich der Dinge, die am meisten vermisst werden, rangiert der Restaurantbesuch auf den vordersten Plätzen."
Steigende Verdienstausfälle sorgen für Existenzängste Steigende Verdienstausfälle sorgen für Existenzängste

Pleitewelle der Branche wird befürchtet

Gerade die kleineren und mittleren Gastronomiebetriebe sind "verletzlicher als jeder Konzern". Weiter heißt es: "Jede Woche der Schließung führt zu beträchtlichen Verdienstausfällen, wachsenden Liquiditätsengpässen und massiven Zukunftssorgen für die Unternehmerinnen und Unternehmer sowie ihrer Familien." Das Fortdauern des Lockdowns werde "zu einer nie dagewesenen Pleitewelle in dieser Branche führen", so die Befürchtung der Unterzeichner.

Die Unterzeichner unterstützen das Bemühen der Bundes- und Landesregierungen, die Pandemie in Deutschland durch Maßnahmen der Kontaktreduzierung einzudämmen. Der "zerbrechliche Zwischenerfolg", von dem die Bundeskanzlerin gesprochen habe, darf auch nach Meinung der Unterzeichner "nicht gefährdet werden". Allerdings habe die Branche bereits verschiedene Schutzkonzepte vorgelegt, die weit über 1,5 m Abstandsregelungen zwischen Tischen und Begrenzung von zwei Personen bzw. Familien pro Tisch hinausgingen:

  • "Sie umfassen maßgeblich erweiterte Hygieneanforderungen für Räumlichkeiten, Gästekontakt, Geschirr und Utensilien und Küchenmitarbeiter sowie klare Regeln für den Publikumsverkehr für Service und Gäste." 

Daraus ziehen sie die Schlussfolgerung: "Unter Anwendung dieser Konzepte kann eine sichere
Wiedereröffnung der Gastronomie auf verantwortungsvolle Art und Weise ermöglicht werden."

Vorschlag zur finanziellen Unterstützung

Die Unterzeichner des Schreibens anerkennen zwar die bisher verabschiedeten Maßnahmen zur wirtschaftlichen Überbrückung der Corona-Krise, allerdings würden diese "für viele Gastronomen nicht ausreichen". Stattdessen unterbreiten sie weitere konkrete Vorschläge zur finanziellen Unterstützung der Gastronomen:

  • "Ein wirkungsvolles Instrument der Stabilisierung stellt eine Erweiterung der Soforthilfen durch einen Gastronomie-Rettungsfonds mit direkten Finanzhilfen dar. Des Weiteren bietet eine zumindest zeitlich begrenzte Herabsetzung des MwSt.-Satzes auf 7% ab dem ersten Tag der Wiedereröffnung Möglichkeiten für eine Erholung der Branche sowie auch zur Sicherstellung der Rückzahlungen der KfW-Kredite." 

Abschließend formulieren die Unterzeichner einen Wunsch und ein Versprechen an die Bundeskanzlerin: "Wir wünschen uns, dass dieser Appell zu einem ehrlichen und offenen Dialog zu einer "neuen Normalität" für die Gastronomie führt und damit die Vielfalt und Qualität unseres täglichen Lebens sukzessive wieder aufblühen lässt. Dies ist uns Herzensangelegenheit, für die wir uns alle mit voller Kraft einsetzen wollen. Auf unsere Unterstützung bei der Revitalisierung der Gastronomie in Deutschland können Sie, Frau Bundeskanzlerin, vollumfänglich zählen.""