Dekantieren und Karaffieren

Wie dekantiere ich Rotwein richtig
Rotwein zu Weihnachten ist ein Muss
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11.09.2017

Wie die Luft zum Atmen ...

Sollten Sie Weine dekantieren oder karaffieren?

Besonders zu Weihnachten wird gerne zum Essen Rotwein getrunken
Besonders zu festlichen Anlässen darf ein edler Tropfen nicht fehlen. Das gute Glas Rotwein gehört zum weihnachtlichen Dinner einfach dazu. Servieren Sie Ihren Gästen den Wein in der Flasche oder in der Karaffe? Bei welchen Weinen macht es Sinn zu dekantieren und wo liegt eigentlich der Unterschied zum karaffieren?

Umgangssprachlich hat sich wohl der Ausdruck dekantieren für das Umfüllen eines Rotweins in eine Karaffe durchgesetzt. "Guter Wein muss atmen!", glaubt der Laie zu wissen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Zeit ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Gerade ältere Weine werden oft nicht dekantiert Bei älteren Weinen gilt es längeren Kontakt zu Sauerstoff zu vermeiden

Dekantieren

Das Wort leitet sich aus dem Französischen ab: es bedeutet „umfüllen“, oder „abgießen“. Das ist meist bei älteren Tropfen erforderlich. Man trennt sie vom Bodensatz, der sich im Laufe der Jahre gebildet hat. Der Stoff, der dem Gefäß entzogen wird, – also der Wein – trägt die Bezeichnung Dekanat. Schütten Sie den Wein vorsichtig vom Depot bzw. Sediment ab. Mit einer Kerze oder Taschenlampe lässt sich im Flaschenhals gut erkennen, bis wo sie schütten können. Damit sich die Ablagerungen am Boden absetzen, lagern Sie den Wein vor dem Dekantieren einige Tage aufrecht.

Je älter der Wein, desto mehr Vorsicht ist geboten. Zu viel Kontakt mit Sauerstoff ist zu vermeiden. Das Dekantieren ist auch immer eine Geschmacksfrage. Viele Weinexperten, lehnen das Umschütten von älteren Rotweinen komplett ab, da der Schaden durch den Kontakt mit Sauerstoff zu groß sei. Möchten Sie Ihren Gästen "reinen Wein einschenken", nutzen Sie für ältere Rotweine eine schmale Dekantierkaraffe. Diese sorgt für wenig Kontakt zwischen Wein und Sauerstoff. Oder Sie füllen den Wein zurück in seine ursprüngliche Flasche und setzen den Korken nur leicht auf.

Eine breitbauchige Karaffe ist ideal zum karaffieren Eine große Oberfläche in einer bauchigen Karaffe lässt den Wein atmen

Karaffieren

Karaffieren ist geboten, wenn Sie Wein mit einer größeren Menge Sauerstoff versorgen möchten. Der Wein kann atmen. Doch wie schon gesagt, profitiert nicht jeder Rebsaft von dieser Behandlung. Als Faustformel gilt: Junge, verschlossene – also tanninarme – Weine gewinnen durch den Kontakt zu Sauerstoff. Sie vollziehen eine Art „Schnellreife“ und verbessern ihre Aromen. Der Geschmack und das ganzheitliche Bouquet entfalten sich. Ein "pelziges" Gefühl im Mund wird vermieden.

Geben Sie den Wein in eine breitbauchige Karaffe, damit er belüftet wird und räumen Sie ihm genug Zeit ein. Planen Sie je nach Erzeugnis bis zu einer Stunde ein, um Ihren Gästen optimalen Trinkgenuss zu servieren.

Etwas verwirrend ist: die breitbauchigen Karaffen, die zu diesem Zweck verwendet werden, nennen sich Dekanter.

Zubehör

Die Karaffe bzw. der Dekanter sollte regelmäßig gründlich gereinigt werden, um Gerüche und Ablagerungen zu vermeiden. Mit einer Essigmischung wird das Glas rückstandslos sauber. Wichtig für den Weingenuss ist auch die Temperatur des Glasgefäßes. Sie liegt idealerweise bei ca. 14 Grad. Lagern Sie die Karaffen daher an einem kühlen Ort, zum Beispiel im Keller.

Mit diesen Tipps steht festlichem Weingenuss nichts im Wege. Wir heben unser Glas!

Rotwein an Festtagen