Rund ums Handwerk 

Trinkgenuss Schluck für Schluck

100 % Geschmacksentfaltung

Das richtige Glas macht jedes Getränk zum Genuss Woraus schmeckt's am besten? Die Auswahl an Gläsersorten ist riesengroß
Von der einfachen Limonade bis hin zu teurem Whiskey – mit einer ausführlichen Getränkekarte punktet ihr bei euren Gästen. Damit sich der Geschmack von jedem Getränk in Hülle und Fülle entfalten kann, benötigt ihr allerdings das richtige Glas ...

Altbier im Altbierbecher, Sekt in der Sektflöte und Cognac im Cognacglas – bei der Glaswahl kann es schon mal ganz schön kompliziert werden. Wir zeigen, welche Gläser den Geschmack der Getränke in den Fokus rücken.

Rotwein und Weißwein wird aus verschiedenen Gläsern getrunken

Jeder Tropfen ein Gaumenkitzel

Wein ist sehr beliebt: Pro Jahr trinkt jeder Deutsche etwa 20 Liter Wein. Gerne werden die edlen Tropfen beim Dinner am Abend in gemütlicher Runde genossen.

Weißwein wird klassischerweise in einem schmalen Kelch mit kleinem Volumen serviert. Denn auch ohne Kontakt zur Luft kann der zarte Duft des Weißweins sich gut entfalten und der Wein bleibt stets frisch. Der Stiel am Glas dient – na klar – zum Festhalten: So wird die Temperatur des Weines nicht durch wärmende Hände beeinflusst. Gekühlt entwickelt sich dieser edle Tropfen zu purem Trinkgenuss.

Rotwein-Liebhaber bevorzugen große, dickbauchige Gläser mit einer großen Öffnung. Der Rebensaft hat durch diese Form viel Kontakt mit der Luft, wodurch er sein Aroma bestmöglich entfaltet und das Bouquet sich optimal verbreitet. So kommen die spezifischen Noten der jeweiligen Weine exzellent zur Geltung.

Sekt- und Champagnergläser

Prickelnde Verführung

Perfekt zum Anstoßen: Sekt und Champagner haben schon viele besondere Feste begleitet. Serviert werden sie in hohen und schmalen Gläsern in Flötenform. Durch die schmale Öffnung bleibt die Kohlensäure lange erhalten und die feine Perllage wird auf der Zungenspitze perfekt spürbar. Denn: Was wären die Schaumweine ohne ihre prickelnden Nuancen? Der lange Stiel macht das Glas handlich und bietet sich zum Anfassen an. So wärmen die Hände den Sekt nicht.

Übrigens, ein gutes Sektglas zeichnet sich durch einen kleinen Gusspunkt aus. Dieser unterstützt das Hochsteigen der Kohlensäure, damit die bekannte Perlenkette zum Vorschein kommt.

Unser Tipp: Vermeidet die aus Hollywood-Filmen bekannten Sektschalen. Denn darin verlieren die Schaumweine schnell ihr charakteristisches Prickeln.

Cocktailgläser gibt es in veschiedensten Variationen

Genuss mit Schuss

Cocktails und Longdrinks gibt es in den verschiedensten Variationen: Mojito, Moscow Mule, Caipirinha & Co. sind schon lange Verkaufsschlager. Für den optischen Genuss empfehlen sich verschiedene Gläser.

Mixgetränke, wie beispielsweise Gin Tonic oder Cuba Libre, werden in hohen, schmalen Longdrink-Gläsern serviert – im Fachjargon wird dieses Glas Highball Glas genannt. Es hat einen schweren Boden, der den Cocktail lange kühl hält. Neben Longdrinks eignen sich diese Gläser auch für Wasser, Limonaden oder Säfte.

Klare Cocktails werden gerne in Cocktailschalen serviert. Sie haben einen schalenförmigen Kelch, einen abgerundeten Boden und umfassen 20–25 cl. Der Stiel macht das Glas handlich und verleitet zum dortigen Festhalten. So wird die Temperatur des Getränks nicht beeinflusst. Der Grund: In Cocktailschalen werden nur Drinks ohne Eis serviert, wodurch die Eigentemperatur der Spirituose großen Anteil am Genussempfinden hat – gekühlt schmeckt's eben am besten. Bekanntestes Beispiel ist die Martinischale.

Verschiedene Biergläser für das jeweilige Bier

Hopfen und Malz

Ein kühles Bier ist beim Restaurantbesuch ein beliebtes Getränk und auch in Gaststätten liegt es im Verkaufs-Ranking weit oben. Um den maximalen Geschmack herauszukitzeln, benötigt ihr das richtige Glas.

Dass Altbier aus Altbierbechern und Pils aus der Pilstulpe getrunken wird, ist jedem geläufig. Bei der Glaswahl lassen sich im Allgemeinen 2 Arten von Biersorten unterscheiden: Arten mit viel Kohlensäure und Biere mit wenig Kohlensäure.

Für Sorten mit wenig bis gar keinem Sprudel empfehlen sich Gläser, die sich nach oben hin verjüngen – ein perfektes Beispiel ist die Pilstulpe. Sie erhält den Schaum des Bieres optimal und kristallisiert das Aroma des Hopfengetränks perfekt heraus.

Biere mit viel Kohlensäure, beispielsweise Weißbiere, entwickeln ihren Geschmack am besten in einem langen Glas. Durch die Form des Glases können die Kohlensäureperlen langsam nach oben steigen und garantieren so 100 % Frische und Spritzigkeit. Aufgrund des hohen CO2-Gehalts ist es wichtig, das Bier langsam einzuschütten. Sonst entwickelt sich zu viel Schaum.

Auch die Gläserdicke hat Einfluss auf den Trinkgenuss: Dicke Gläser vermitteln den Eindruck eines schweren, rustikalen Getränks, dünnere dagegen machen das Bier eleganter und differenzierter.

Übrigens: Wusstet ihr, dass die Kölsch-Stange durch das geringe Fassungsvermögen besonders wenig CO2 verliert und die besondere Form den Fluss über die Zungenspitze, vorbei an den Zungenrändern, fördert? Ein echt kölsches Trinkerlebnis!

Im Cognac-Schwenker sammeln sich die Aromen perfekt

Weinbrand der besonderen Art

Nach dem Essen hundertprozentiger Genuss: Cognac überzeugt mit seinem reichhaltigem Geschmack und seiner unverwechselbaren Struktur.

Kenner lieben es, wenn er in einem Cognac-Schwenker serviert wird. In der birnenähnlichen, nach oben hin schmaler werdenden Form sammeln sich die Aromen der Spirituose. Durch den schmalen Hals gelangt wenig Sauerstoff an das Getränk. So wird verhindert, dass die Aromen verfliegen. Dazu ist das Glas handlich und hilft dabei, den Cognac auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen.