16.02.2017

Brühe "to go"

Herzhafte Heißgetränke zum Mitnehmen

Brühe-Bars erobern die Städte Eine Brühe als Pausensnack
Sie wärmt von innen, ist superlecker und dazu noch gesund: Köstliche Brühe auf Gemüse- oder Fleischbasis galt schon zu Omas Zeiten als Allheilmittel gegen allerlei Zipperlein. Kein Wunder, dass das schmackhafte Gebräu nun eine wahre Renaissance erlebt. Rund um den Globus sprießen Brühe-Bars aus dem Boden und locken mit den köstlichen Suppen "to go" viele Gäste an.

Schon Großmutter wusste: Eine heiße Brühe tut gut bei Erkältung und bringt müde Krieger wieder auf die Beine. Das altbewährte Hausmittel soll beim Aufbau von Gewebe und Knochen helfen, Entzündungen entgegenwirken und die Stimmung aufhellen. Außerdem versorgt es den Körper mit Flüssigkeit und vielen wichtigen Mineralien und Nährstoffen. Und das Beste: Frisch gekochte Brühe schmeckt dazu noch herrlich herzhaft und lässt sich in vielen unterschiedlichen Varianten herstellen.

In New York längst ein Hit

Die Brühe To Go ist ein echter Hit Brühe – der neue coffee to go

Wieder einmal sind die New Yorker die Trendsetter des Suppen-Hypes. An einer kleinen Suppentheke im East Village in Manhattan stehen täglich dutzende Menschen Schlange, um einen Pappbecher mit Brühe zu erhalten. Hier handelt es sich nicht etwa um Bedürftige, sondern um Menschen, die gerne mehr als 5 Dollar für das neue "In-Getränk" zahlen. Erfinder der Brühe-Bar ist Italiener Marco Canora. In seinem "Brodo" – italienisch für Brühe – bietet er verschiedene aromatische Süppchen zum Trinken aus Pappbechern an. Der Koch störte sich so an dem minimalen Brühe-Angebot der Stadt, dass er sich auf die Mission begab, die beste Brühe der Stadt herzustellen. Er empfiehlt seine Kreationen übrigens bei Bauchschmerzen ebenso wie bei gebrochenem Herzen!

Mittlerweile folgen auch andere Gastronomen dem abgebrühten Trend. In Berlin, genauer gesagt in Neukölln, eröffnete im letzten Jahr mit "Bonafide Broth" die erste Brühe-Bar Deutschlands. "Broth" ist der englische Begriff für Brühe. Und diese Suppenküche sollte nicht die letzte in der Hauptstadt bleiben: Der Knochenbrühe-Store "Bone Brox" in Berlin wurde kürzlich sogar mit dem Gastro-Gründerpreis 2016 ausgezeichnet.

Die hat es in sich

Knochen werden in Brühen sehr gut verwertet Köstlich und nahrhaft

Schon früher dienten Knochenbrühen der Resteverwertung und waren ein probates Mittel, um viele Menschen zu sättigen und mit Nährstoffen zu versorgen. "Back to the bones" lautet auch das heutige Motto der Suppenküchen der besonderen Art, denn Knochen und Knochenmark sind die wichtige Basis für die angesagten Brühen. Durch das langsame Auskochen der Knochen lösen sich beispielsweise Kollagen und Gelatine aus – sie sollen einen positiven Effekt auf Zähne, Knochen und Gelenke haben. Kombiniert mit gutem Bio-Rind-, Hühnchen- oder Truthahnfleisch sowie frischem Gemüse, wird der Sud dann zu einer köstlichen Trink-Kur.

Aber auch Vegetarier oder Veganer kochen ihr eigenes Süppchen – und das zu Recht! Brühen aus den verschiedensten Gemüsesorten, frischen Kräutern und Gewürzen sind ebenso schmackhaft und bringen neue Energie.

Die wichtigste Zutat für alle Varianten: Zeit. In den Brühe-Bars köcheln sie bis zu 18 Stunden vor sich hin. So können die Zutaten alle ihre Geschmacksstoffe wunderbar an das Wasser abgeben – alles andere als Fast-Food also!

Gleich ausprobieren

Wenn auch Sie Ihre Gäste zukünftig mit dem flüssigen Lifestyle-Snack beglücken möchten, heißt es jetzt: Ran an die Töpfe! Erlaubt ist, was schmeckt. Wie wäre es beispielsweise mit einer Rindfleischbrühe mit Knoblauch-Püree und Chili-Öl? In New York ist diese Kombi bereits ein Hit. Aber auch Toppings wie fermentierte Bohnen oder geriebenes Kurkuma verleihen den Suppen im Becher einen ganz besonderen Geschmack. In Berlin verfeinert man sie mit geräucherten Jalapeños, Kokosnuss- oder Ingwerbutter. Einfach mal ausprobieren!