27.11.2017

Redewendungen aus der Küche

Hier kriegt jeder sein Fett weg!

Viele Redewendungen stammen aus der Küche. Mmh, das duftet! Wer richtig großen "Kohldampf" hat, kann einer frischen Suppe kaum widerstehen
Wenn zu viele Köche den Brei verderben, schiebt der Gast Kohldampf! Im Alltag bedienen wir uns immer wieder verschiedener Redensarten, die irgendetwas mit der Küche zu tun haben. Oft wissen wir dabei aber gar nicht mehr, woher diese Wendungen eigentlich kommen. Oder hätten Sie gewusst, dass Kohldampf gar nichts mit dem Gemüse zu tun hat? Wie dieser und andere Ausdrücke entstanden sind, erfahren Sie hier ...

Kastanien aus dem Feuer holen

Früher wurden Kastanien im offenen Feuer geröstet Geröstete Maronen sind im Winter eine beliebte Delikatesse

Wer für einen anderen die Kastanien aus dem Feuer holt, nimmt ihm eine unangenehme Aufgabe ab. Er erweist ihm einen Freundschaftsdienst. Ursprünglich geht diese Redewendung auf eine Fabel des französischen Dichters Jean de La Fontaine aus dem 17. Jahrhundert zurück. Sie erzählt von einem Affen, der es auf die gerösteten Kastanien seines Herrn abgesehen hat. Aus Angst, sich die Finger in der Glut zu verbrennen, bringt er die Katze dazu, ihm die Kastanien aus dem Feuer zu holen.

Sein Fett wegkriegen

Gute Arbeiter bekamen früher Fleisch und Fett vom Schlachtvieh ab Wer nicht so tüchtig auf dem Hof mitgearbeitet hatte, bekam nur das Fett vom Schlachtvieh ab

Oje, jetzt wird es ernst! Wenn jemandem richtig großer Ärger droht, kriegt er umgangssprachlich sein Fett weg. Diese Redewendung stammt aus früheren Zeiten, als viele Familien noch ihr eigenes Vieh hielten. Wurde z.B. ein Schwein geschlachtet, verteilte das Familienoberhaupt Fleisch und Fett an die Familienmitglieder. Dabei wurde stets berücksichtigt, wer was und wie viel verdient hatte. Fett war nicht so beliebt wie Fleisch, da es nicht so gut schmeckte. Im Laufe der Zeit löste sich diese Redensart gänzlich von ihrem ursprünglichen Zusammenhang. Wer heute generell etwas Schlechtes erfährt, kriegt sein Fett weg.

Aus dem Quark kommen

Wer trödelt, kommt redensartlich nicht aus dem Quark Früh morgens oder bei einer schwierigen Entscheidung kommen viele nicht so richtig aus dem Quark

"Komm jetzt endlich mal aus dem Quark!" Hört jemand diese Aufforderung, soll er endlich mit dem Trödeln aufhören und sich einer bestimmten Sache widmen. Mit der Milchspeise hat das Ganze natürlich nichts zu tun. Das Wort "Quark" soll vielmehr im Mittelalter für etwas Bedeutungsloses gestanden haben. Wer aus dem Quark kommen sollte, wurde angewiesen, sich nicht länger mit etwas Unwichtigem zu beschäftigen.

Wie die Katze um den heißen Brei schleichen

Katzen schleichen um den heißen Brei, um sich nicht zu verbrennen Autsch, ist das heiß! So manche Katze hat sich schon die Pfoten am Brei verbrannt

Wenn jemand eine bestimmte Sache schüchtern oder zögerlich angeht oder sich vor einer Entscheidung drückt, schleicht er wie die Katze um den heißen Brei. Die Redensart nimmt Bezug darauf, dass Katzen sich zwar vom Brei angezogen fühlen, sich aber an der heißen Speise nicht verbrennen wollen. Darum nähern sie sich vorsichtig von allen Seiten, um vielleicht irgendwo eine kühlere Stelle zu finden.

Kohldampf schieben

Großen Hunger nennen man umgangssprachlich auch Kohldampf Wir haben Hunger, Hunger, Hunger ... Oder eben "Kohldampf"

Wer richtig großen Hunger hat, schiebt umgangssprachlich Kohldampf. Anders als man meinen könnte, bedeutet das aber nicht, dass er außergewöhnlichen Appetit auf Kohl hat. Im Gegenteil: Diese Redensart hat überhaupt nichts mit dem Gemüse zu tun … "Kohldampf" leitet sich nämlich aus einer alten Gaunersprache ab, genauer gesagt aus dem Rotwelschen. Die rotwelschen Wörter "Koller" und "Dampf" heißen übersetzt nichts anderes als "Hunger". "Schieben" entstand aus dem rotwelschen "scheffen", das "sein" oder "machen" bedeutet. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus der heute noch geläufige Ausdruck "Kohldampf schieben".

Zu viele Köche verderben den Brei

Wenn sich viele Köche um die Zubereitung des Breis streiten, verderben sie ihn Noch ein bisschen Zimt oder doch lieber Anis? Wenn sich die Köche da mal einig werden würden ...

Dieses Sprichwort erklärt sich fast von selbst: Man stelle sich nur einmal vor, wie sich mehrere Köche über die Zubereitungsweise eines Gerichts streiten. Jeder hat dabei seine ganz eigenen Vorstellungen darüber, wie die Speise am besten zubereitet werden soll. Das Ergebnis: Sie können sich nicht einigen und auf dem Teller landet nichts Halbes und nichts Ganzes. Im übertragenen Sinne mahnt die Redensart, dass es einer Sache niemals guttut, wenn zu viele Personen ihre Finger im Spiel haben.

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt

Ein Hund wird in der Pfanne verrückt Nanu, was macht denn der Hund in der Pfanne?

Was der beste Freund des Menschen in der Pfanne zu suchen hat, wissen wohl die wenigsten. Eine Geschichte über Till Eulenspiegel klärt auf: So soll der Narr als Brauknecht seinem Herrn einen üblen Streich gespielt haben. Als der Herr ihn anwies, den Hopfen für das Bier gründlich zu sieden, warf Till statt der Pflanze dessen Hund "Hopf" in die Pfanne. Und genauso schockiert wie der Meister, der bei seiner Rückkehr seinen Hund in der Pfanne fand, ist heute jemand, der diese Redensart benutzt.

Wie aus dem Ei gepellt

Schicke Menschen sehen aus wie aus dem Ei gepellt Ein frisch gepelltes Ei sieht makellos aus

Legt jemand großen Wert auf sein Äußeres oder hat er sich besonders schick gemacht, wirkt er redensartlich "wie aus dem Ei gepellt". Die Redewendung spielt darauf an, dass ein frisch gepelltes Ei frei von jedem Makel ist. Mit seiner glatten, sauberen Oberfläche sieht es absolut rein und perfekt aus. Das Gleiche gilt für ein frisch geschlüpftes Küken.