09.03.2017

Nicht gesucht, trotzdem erfunden

Unerwartete Erfindungen

Wer hats erfunden? Lesen Sie mehr über große und kleine Entwicklungen aus der Küche Einige Erfindungen waren zwar nicht geplant, haben aber trotzdem bis heute großen Einfluss auf die Küchenwelt
Jahrelanges tüfteln, mit viel Schweiß und Grübelei? Von wegen! Viele geniale Erfindungen sind rein zufällig entstanden. Dabei kamen Missgeschicke und Irrtümer schon einigen Erfindern zugute. Wir stellen Ihnen Revolutionen vor, die die Küchenwelt bewegt haben.
Die Teflonpfanne wurde im frühern 20. Jahrhundert erfunden Die Teflonpfanne war damals eine absolute Neuheit

Lässt nichts anbrennen

Eine Pfanne, die das Anbrennen verhindert, sich kinderleicht reinigen lässt und sogar eine fettarme Zubereitung überraschend einfach meistert  – im frühen 20. Jahrhundert eine absolute Neuheit. Das stundenlange Einweichen, um Fett- und Bratreste zu beseitigen, hatte mit der Teflon-Pfanne endlich ein Ende. Doch der Erfinder hatte ursprünglich ein ganz anderes Ziel im Visier …

Der US-amerikanische Chemiker Roy Plunkett suchte im Jahr 1938 nach einem neuen Kühlmittel, das in Kühlschränken verbaut werden konnte. Dazu orderte der Chemiker 50 Flaschen des Gases Tetrafluorethylen und vermischte es mit Salz. Eine der Flaschen wurde jedoch so lange gelagert, bis das Gas von selbst polymerisierte – also chemisch reagierte. So fand Plunkett eines Morgens nur noch weiße Krümel in der Flasche. Entstanden war ein besonders hitzebeständiges Material: Teflon.  

Die Mikrowelle entstand bei der Entwicklung von Radarwellen in Kampfflugzeugen Die Mikrowelle entstand bei der Entwicklung von Radarwellen in Kampfflugzeugen

Dem Schokoriegel sei Dank

Die Mikrowelle steht beim Aufwärmen und Auftauen von fast allen Speisen stets zur Verfügung. Doch der Erfinder des Superhelfers war zuerst auf einem ganz anderen Weg unterwegs …

Im Jahr 1940 arbeitete der Ingenieur Percy Spencer für die Firma Raytheon. Dort entwickelte er zur Erzeugung von Radarwellen in amerikanischen Kampfflugzeugen bestimmte Elektronenröhren. Zwar war ihm bewusst, dass diese Röhren Wärme erzeugen, allerdings schenkte er diesem Effekt zunächst keine Beachtung. Doch während er vor den Elektronenröhren saß, schmolz ein Schokoriegel in seiner Hosentasche. Sie produzierten also Wärme! Schnell kam Spencer die Idee der Mikrowelle. 7 Jahre später brachte er das erste Modell auf den Markt.

Jeder kennt es und hat seine Lieblingssorte beim Eis am Stiel Jeder kennt es: Eis am Stiel

Eiskalte Glückssache

Erfrischung pur: Das Eis am Stiel ist die perfekte Abkühlung an heißen Sommertagen. Mittlerweile finden wir die unterschiedlichsten Varianten im Angebot: Von fruchtig bis cremig ist alles dabei! Das Stieleis entstand allerdings zufällig.

Im Jahr 1905 machte sich ein 11-jähriger Bube namens Frank Epperson eine Limonade. Ganz klassisch mischte er Brausepulver mit einem Holzstiel in Wasser. Vor dem Schlafengehen ließ er das Getränk versehentlich auf der Veranda stehen. In dieser Nacht wurde es in San Francisco so kalt, dass die Temperaturen unter den Gefrierpunkt rutschten und die Limonade im Glas gefror. Am nächsten Tag hatte der kleine Junge das erste Eis am Stiel in der Hand.

18 Jahre später ließ er seine Erfindung patentieren und gründete die berühmte amerikanische Eismarke "Popsicle". 

Der beliebte Knabberspaß entstand durch eine Laune des Kochs Der beliebte Knabberspaß entstand durch eine Laune des Kochs

Wutentbrannter Knabberspaß

Knusprig, würzig, lecker: Kartoffelchips schmecken Groß und Klein, Jung und Alt. Aber wussten Sie, dass die knackigen Kartoffelscheiben aus Wut entstanden sind?

George Crum war Hotel-Koch im Jahr 1853. Weil einem Gast seine Bratkartoffeln zu dick geschnitten und zu wenig gewürzt waren, schnitt er – nachdem die Speise zweimal zurückgekommen war – aus Rache die Kartoffeln papierdünn. Danach frittierte er sie so kross, dass sie mit der Gabel nicht mehr aufzuspießen waren. Anschließend schüttete er noch kräftig Salz über die knackigen Chips. Doch zu seiner Überraschung war der Gast vollkommen begeistert und verputzte die knusprigen Kartoffeln.

Kurz darauf stand die Knabberei als „Saratoga Chips“ auf der Speisekarte des Restaurants, denn der Laden befand sich in Saratoga Springs, New York.    

Teebeutel entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts Der perfekte Helfer für die Teezubereitung: Teebeutel

Geniale Missdeutung

Tee ist vor allem bei kalten Temperaturen beliebt. Entdeckt wurde er im Jahr 2737 v. Chr. Der Teebeutel wurde aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden …

Damals wollte der US-amerikanische Teehändler Thomas Sullivan den Versand von Teeproben günstiger gestalten. Nach einigem Tüfteln verpackte er die Teeproben in Mullsäckchen anstatt in teure Blechdosen.

Seine Kunden dachten jedoch, dass dies eine neue Methode sei, um Tee ziehen zu lassen. So ließen sie die Proben samt der Mullsäckchen ins warme Wasser. Im Laufe der Zeit wurde an dem Säckchen noch etwas gefeilt, denn der Mull veränderte den Geschmack des Tees. Ende der 20er Jahre benutze die Firma "Teekanne" ein geschmacksneutrales Pergamentpapier, das auch noch heute bei der Herstellung von Teebeuteln verwendet wird.

Übrigens: Wussten Sie, dass auch der Erfinder von Coca-Cola – ein Apotheker namens John Pamberton – kein Erfrischungsgetränk entwickeln wollte, sondern lediglich einen Trunk gegen Müdigkeit und Kopfschmerzen? Ziemlich genial, dass daraus eines der beliebtesten Softgetränke der Welt entstanden ist.