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Warenkunde

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Bockshornklee

Dt.: Bockshornklee; engl: fenugreek; frz.: fenugrec, trigonelle

Ohne Bockshornkleesamen würde jede Currymischung ziemlich fade schmecken – schließlich verleiht ihnen ihr Pulver die typische, leicht bittere und würzige Note. Doch auch Heilkundige loben den vielseitig einsetzbaren Hülsenfrüchtler sprichwörtlich über den grünen Klee. Gut so!

Geschichte

„Wenn meine Leute wüssten, wieviel Heilkraft im Bockshornklee steckt, würden sie sein Gewicht in Gold aufwiegen“, soll der Prophet Mohammed einst gesagt haben. Dem kann man nur zustimmen: Bockshornklee blickt nicht nur als Gewürz-, sondern auch als Heilpflanze auf eine lange Tradition zurück.

In China schätzte man die Samen schon 3700 v. Chr. für ihre schleimlösende Wirkung. Den alten Ägyptern galten sie als Stärkungsmittel und wertvolle Grabbeigabe: Selbst in der letzten Ruhestätte des berühmten Pharaos Tutenchamun fand man die goldgelben Körner. Während der griechischen Antike trug die Pflanze den Namen „Philosophenklee“ – denn mit Vorliebe kauten die Gelehrten die würzigen Samen wie Studentenfutter.

Im 9. Jahrhundert sorgte Karl der Große dafür, dass Bockshornklee in europäischen Klostergärten angebaut wurde. So konnte das Gewächs ein paar Jahrhunderte später selbst Hildegard von Bingen von seinen Talenten überzeugen. Die berühmte Heilkundige setzte es vor allem gegen Fieber und Hautleiden ein. Im Laufe der Zeit geriet das Wissen über die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten des Bockshornklees in Vergessenheit – bis Pfarrer Sebastian Kneipp (1821–1897) es schließlich wiederbelebte.

Herkunft

Die Heimat des Bockshornklees liegt in Westasien und im östlichen Mittelmeerraum. Als Gewürz-, Futter- und Gemüsepflanze fand er nach Europa, Asien und Afrika. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war sein feldmäßiger Anbau auch in Mitteleuropa verbreitet. Noch heute wächst Bockshornklee hierzulande wild in Süd- und Mitteldeutschland. Die Hauptanbaugebiete finden sich in Indien und Marokko.

Saison

Die getrockneten Samen sind ganzjährig im Handel erhältlich.

Familie & Arten

Bockshornklee, wissenschaftlich Trigonella foenum-graecum genannt, gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Im Volksmund trägt er verschiedene Namen, beispielsweise Kuhhornklee, Siebengezeit, Stundenkraut, Feine Grete oder Ziegenhornklee. In der Mittelmeerregion wird die Pflanze auch als Viehfutter verwendet. Diesem Umstand verdankt sie den Titel „Griechisches Heu“.

Merkmale

Die einjährige und stark würzig duftende Pflanze ist mit dem Klee verwandt und wird durchschnittlich 60 cm hoch. Die kleeartigen Laubblätter haben einen Blattstiel mit je 3 oval-länglichen Blättchen, die bis zu 4 cm lang werden können. Die Nebenblätter sind mit der Basis des Blattstiels verwachsen.

Von April bis Juli zeigen sich weißgelbe Blüten. Rund 10 cm messen die Hülsenfrüchte, die von Juli bis September reifen. Die schmale, hornförmige Gestalt der Schoten verleiht dem Bockshornklee den prägnanten Namen. Jede von ihnen enthält bis zu 20 goldgelbe bis hellbraune Samen. Diese haben einen Durchmesser von ca. 3 mm.

Verwendung

In der Küche nutzt man Samen, Blätter und Keimlinge des Bockshornklees.

  • Die Samen sind ein beliebtes Würzmittel. Vor dem Mahlen werden sie trocken angeröstet, damit sie einen Teil ihrer Bitterkeit verlieren. Dann besitzt das Pulver ein intensives Aroma und sollte sparsam eingesetzt werden. Sein volles Potential entfaltet es im Zusammenspiel mit anderen Gewürzen. Daher sind Bockshornkleesamen ein unverzichtbarer Bestandteil von Curry-Mischungen. Besonders indischen und orientalischen Fleisch- und Gemüsegerichten schenken sie eine dezente Bitternote. Auch aromatischem Käse verleihen die Körner das gewisse Etwas.
  • Die Keimlinge können innerhalb von 3–5 Tagen aus den Samen gezogen werden. Der Geschmack der Sprossen erinnert an Chicorée. Zu knackigen Salaten passen sie ebenso wie in pikante Füllungen.
  • Die frischen Blätter des Bockshornklees können als Gemüse zubereitet werden. Dank ihrer milden Schärfe eignen sich die gehackten Blätter zudem zum Verfeinern von Brotteig, etwa indischem Naan.
Nährwerte

100 g Bockshornkleesamen liefern 347 Kalorien, 23 g Eiweiß, 6,4 g Fett, 58 g Kohlenhydrate und 10 g Ballaststoffe. Sie haben einen hohen Gehalt an Vitamin C, enthalten Beta-Carotin und ätherische Öle. Sie stecken außerdem voller Mineralstoffe wie Eisen, Kupfer und Selen.

Lagerung & Aufbewahrung

Wie alle gemahlenen Gewürze verliert auch Bockshornklee als Pulver schnell an Aroma. Daher sollten die ganzen Samen trocken, kühl und in einem gut verschließbaren Gefäß gelagert werden. So halten sich die Körner mehrere Jahre.

Qualität & Einkauf

Die Samen sind als Körner und Pulver im Handel erhältlich. Getrocknete Blätter findet man in türkischen, arabischen und indischen Lebensmittelgeschäften. Frisch sind sie hierzulande schwer zu bekommen und bestenfalls über asiatische Feinkostläden zu beziehen. 

Gesundheit & Wirkung

Aus den Bockshornkleesamen lässt sich ein Tee zubereiten, der als Stärkungsmittel nach überstandenen Krankheiten taugt. Er mobilisiert das Immunsystem und hat einen positiven Effekt auf die Atemwege. Die Samen enthalten einen pflanzlichen Schleimstoff, der gereizte Mägen beruhigt. In Umschlägen eignen sie sich zur Behandlung von Hautekzemen.

Schon im 11. Jahrhundert setzte der persische Arzt Avicenna Bockshornklee gegen Diabetes ein – zu Recht, wie moderne Studien zeigen: Seine Inhaltsstoffe können helfen, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren. Auch die Schönheitsindustrie hat die Pflanze für sich entdeckt. Dank ihrer Vitamine und pflanzlichen Hormone steckt sie häufig in Mitteln gegen Haarausfall.