Crêpe Suzette

Crêpe Suzette aus Versehen

Crepe Suzette, Orangensoße, Besteck

Wer über Straßenfeste oder Weihnachtsmärkte schlendert, macht meist am Crêpe-Stand Halt und gönnt sich einen der süß belegten, hauchdünnen Pfannkuchen. Ursprünglich kommen Crêpes, wie der Name schon verrät, aus Frankreich, genauer aus der Bretagne. Sie entstanden aus den sogenannten Galettes, speziellen Pfannkuchen aus Buchweizenmehl. Diese wurden immer herzhaft belegt – Crêpes sind die süße Variante. Wer aber die besondere Form des Crêpe, die Crêpe Suzette, erfunden hat, ist nicht ganz klar. 

 

Pfannkuchen für die Bühne

Eine Anekdote über die Entstehung des flambierten Crêpe in Orangenlikör-Orangensaft-Sauce erzählt von einer Schauspielerin namens Suzette, die Ende des 19. Jahrhunderts in einem Theaterstück an der Comédie-Française mitspielte. Im Laufe des Stücks musste sie allabendlich Pfannkuchen essen – dabei mochte sie diese gar nicht. Der Koch eines Restaurants verehrte die Dame und hatte Mitleid mit ihr. Um ihr Herz zu gewinnen, bereitete er ihr jeden Abend frisch für die Vorstellung spezielle kleine Crêpes zu. Jahre später – die beiden waren längst verheiratet – servierte man im besagten Restaurant die ersten Crêpe Suzette. 

Crepe, Orangen, Erdbeere, Likör

Die Geschichte vom cleveren Lehrling

Von einer anderen Geschichte wird allerdings viel häufiger berichtet: Im Januar 1896 machte der britische Kronprinz und spätere König Edward VII. Urlaub in Monte Carlo. Dort lernte er eine Näherin namens Suzette kennen, machte ihr den Hof und lud sie zum Essen ins legendäre Café de Paris ein.

Der Lehrling Henri Charpentier sollte direkt am Tisch des adligen Gastes Crêpes zubereiten. Aus Versehen stieß er die Flasche mit dem Orangenlikör um. Durch die Flamme, mit der die Crêpes erhitzt werden sollten, entzündete sich der Likör – und mit ihm die Marinade. Aber Henri brach deswegen nicht in Hektik aus. Er ließ sich nichts anmerken, probierte unauffällig die entflammte Sauce, fand, dass sie schmeckte und tauchte die Crêpes hinein. Danach präsentierte er dem verblüfften Kronprinzen das Ganze als neue Kreation. Edward war davon begeistert – und benannte das neue Rezept nach seiner Angebeteten.

Flambieren als Show

Wer die Crêpe Suzette nun wirklich erfunden hat, ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass man heute nicht mehr nur in Frankreich in den Genuss dieser Köstlichkeit kommen kann. Überall gibt es verschiedene Rezept-Varianten – manchmal werden z. B. kurz vor dem Servieren noch Orangenfilets in die Sauce gegeben. In Restaurants bereitet man Crêpe Suzette heute allerdings meist in der Küche zu. Aber wenn nicht, dann wird das Flambieren am Tisch richtig zelebriert.