Eine knusprige Reisetasche: Die Weltreise der Samosa
Bei Samosas handelt es sich um mit variierenden Zutaten gefüllte, frittierte Teigtaschen, die nicht nur in der Gastronomie vielfältig einsetzbar sind, sondern auch reich an Geschichte sind. Obwohl es sich bei ihnen unbestritten um den Inbegriff des indischen Streetfoods handelt, haben die kleinen Taschen ihren Ursprung tausende Kilometer entfernt. Bereits im 10. Jahrhundert im Nahen Osten und Zentralasien erfreuten sich die gefüllten Taschen großer Beliebtheit unter dem Namen „Sanbosag“.
Beliebt am Hof
Mit Karawanen und Händlern traten die „Reisetaschen“ ihre Odyssee in den Süden an, über Afghanistan bis hin zu den Königreichen Nordindiens. Während des 13. Jahrhunderts wandelten sich Samosas vom Snack reisender Händler zu einem Gericht des Adels. Denn durch Köche aus Zentralasien und dem mittleren Osten fanden sie ihren Weg in die Palastküchen der Delhi-Sultane, wo sie sich schnell zu einem populären Festgericht entwickelten. In den Küchen Indiens verwandelten sich Samosa zur vegetarischen Delikatesse, gefüllt mit Kartoffeln, Erbsen, Chili und Gewürzen und wurden zum Nationalsnack.
Eine ruhige Hand bei der Zubereitung
Jeder, der sich einmal an die knusprigen Teigtaschen gewagt hat, weiß: hier steckt echtes Handwerk hinter. Der Teig, bestehend aus Mehl, Wasser und Öl, wird geknetet und zu kleinen Dreiecken geformt, während Gewürze, Kartoffeln, Erbsen und Zwiebeln in einer Pfanne zur Füllung werden. Diese kleinen Dreiecke werden befüllt und verschlossen. Danach werden sie bei niedriger Temperatur goldbraun frittiert und mit Dip serviert.
Einmal um de Welt
Mit der Kolonialzeit und der indischen Diaspora traten Samosas ihre erneute Reise um die Welt an: von Ostafrika bis nach Großbritannien und schließlich Kanada – überall fand das Gericht neue Anhänger. Eben dort, wo Inderinnen und Inder ihre kulinarischen Einflüsse mitbrachten. Dadurch sind Samosas heutzutage nicht nur ein indischer Snack, sondern ein Symbol für Geschichte, Weiterentwicklung und kulturellen Austausch.
Ob in Birmingham oder Kolkata: Samosas sind immer zu Gast, zusammen mit scharfen Minz- oder süßem Tamarinden-Chutney und Chai. Bei jedem Bissen schmeckt man die Weltreise.