05.02.2019

So schmeckt's auch Senioren

Kräftig würzen mit wenig Salz – das ist die Devise

Ein Senior genießt seine Mahlzeit im Seniorenheim Wenn's im Seniorenheim schmeckt, steigt die Lebensqualität
Mit zunehmenden Alter lässt der Appetit nach – sicherlich auch, weil der Geschmackssinn zubereitete Köstlichkeiten nicht mehr so gut wahrnehmen kann. Gerade in der Seniorenverpflegung ist es also wichtig, Speisen besonders lecker zu würzen. Ernährungsexpertin Martina Walter-Kunkel weiß, wie Sie das am besten bewerkstelligen.

Älteren Menschen wieder Lust aufs Essen zu machen, ist eine Kunst! So mancher Koch in der Gemeinschaftsverpflegung greift dafür zu schnell zum Salz-Topf. Dabei eignen sich die verschiedensten Gewürze hervorragend dazu, Speisen für Senioren mehr Pep zu verleihen – z. B. Paprika, Pfeffer und verschiedene Kräuter. Mit Salz sollten Sie eher vorsichtig sein. Nur etwa 6 g Salz täglich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung – kurz DGE – für gesunde Erwachsene.

Reichlich belegte Scheibe Brot mit Schinken, Salat und Paprika Ein reichlich belegtes Schinkenbrot ist lecker, enthält aber viel Salz

Leckere Salz-Alternativen

Salz regelt lebenswichtige Vorgänge in unserem Körper und es ist essentiell für die Funktion unserer Zellen. Weil unser Körper Natriumchlorid nicht selbst produzieren kann, müssen wir es über die Nahrung aufnehmen. Aber ein Zuviel kann dem Körper schaden!

Schon 4–6 Scheiben Brot – 200 bis 300 g – können mehr als die Hälfte der empfohlenen Tagesdosis Salz liefern. Legt man noch Belag wie Wurst oder Käse drauf, ist der Tagesbedarf gedeckt. Darum ist es wichtig, beim Kochen selbst so wenig Salz wie möglich zu verwenden. Es gibt einige leckere Alternativen zu Salz, mit denen Sie Ihren Gerichten nicht nur Geschmack, sondern echten kulinarischen Pfiff verpassen:

  1. Oft können Sie schon mit einer Prise Zucker, einem Schuss (Apfel-)Essig oder einem Spritzer Tomatenmark Ihrem Gericht das gewisse Etwas verleihen.
  2. Nicht nur die altbekannten frischen Kräuter sollten Sie einsetzen; wie wäre es außerdem mit Bärlauch, Brunnenkresse, Koriander, Zitronenmelisse oder Pfefferminze?
  3. Bevor Sie getrocknete Kräuter einer Speise zugeben, sollten Sie sie zwischen den Fingern zerreiben und ihnen 5 Minuten Zeit geben, um ihren Geschmack zu entfalten. Und das Bouquet garni eignet sich zum Würzen allemal!
  4. Bereiten Sie Gemüse, Fleisch und Fisch schonend zu – so behalten die Speisen ihr Aroma. Moderne Gargeräte, wie der Kombidämpfer, oder Garmethoden, wie das Sous-vide-Verfahren, erhalten den Eigengeschmack der Lebensmittel besser und Sie brauchen nicht so stark würzen.
  5. Kräuter- und Rauchsalze haben einen besonders intensiven Geschmack. Das kann dabei helfen, insgesamt weniger zu salzen.

Hätten Sie das gedacht?

Hier kann Salz getrost weggelassen werden

In Salatsaucen können Sie auf Salz verzichten. Selbst angerührte Kräutermischungen schmecken darin viel besser! Probieren Sie z. B. Basilikum, Petersilie, Knoblauch, Oregano, Schnittlauch, Dill oder Bärlauch. Ein Spritzer Orangensaft oder ein Teelöffel Senf runden das Ganze ab.

Fisch schmeckt mit Dill, Zitronensaft, Pfeffer oder Chili viel intensiver, als wenn Sie ihn mit Salz würzen. Chilischoten sollten Sie allerdings sparsam verwenden, damit es nicht zu scharf wird.

Auch Kartoffeln lassen sich ohne Salz kochen: Geben Sie stattdessen Kümmel, Muskatnuss oder Rosmarin hinzu.