Zukunftsoptimismus für den Außer-Haus-Markt
Wie bleibt der Außer-Haus-Markt zukunftsfähig, wenn Kostendruck, Nachhaltigkeitsanforderungen, Fachkräftemangel, Digitalisierung und veränderte Gästeerwartungen gleichzeitig wirken? Diese Frage stand im Mittelpunkt des CHEFS CULINAR Symposiums 2026, das am 20. Mai im World Conference Center Bonn stattfand. Unter dem Leitgedanken „Zukunftsoptimismus – Balancieren zwischen den Extremen“ diskutierten Entscheiderinnen und Entscheider aus Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung zentrale Zukunftsfragen der Branche.
Mit Beiträgen von Dr. Robert Habeck, Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, Karin Tischer, Frank Schätzing und Prof. Dr. Volker Busch verband das Symposium Perspektiven aus Wissenschaft, Politik, Trendforschung und Literatur.
„Der Außer-Haus-Markt benötigt mehr als kurzfristige Antworten. Betriebe müssen entscheiden, wie sie sich zwischen Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Menschlichkeit und Gästeerwartungen positionieren. Genau deshalb braucht die Branche Orte, an denen man nicht nur Spannungsfelder benennt, sondern Orientierung gewinnt“, sagt Hans-Gerd Janssen, Geschäftsführer CHEFS CULINAR. „Unser Symposium zeigt: Zukunft lässt sich gestalten, mit neuen Impulsen und klaren Entscheidungen.“
Dr. Robert Habeck ordnete das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Belastbarkeit und ökologischer Verantwortung ein – und zeigte, wie Transformation auch Anlass sein kann, Geschäftsmodelle und Positionierung neu zu denken. Karin Tischer richtete den Blick auf internationale Food- und Beverage-Trends. Sie zeigte, wie Individualisierung, Systematisierung, Snacking und emotionale Konzepte zu Erfolgsfaktoren werden können.
Prof. Dr. Gunther Hirschfelder von der Universität Regensburg betrachtete den Außer-Haus-Markt aus kulturwissenschaftlicher Perspektive. Im Markt der Zukunft sieht er große Chancen. Entscheidend seien eine klare Datenanalyse und Gastronomiekonzepte, die Essen bewusst als soziales Erlebnis verstehen. Denn Menschen wollen beim Essen interagieren, Gemeinschaft erleben und sich emotional angesprochen fühlen. Erfolgreiche Konzepte müssen daher nicht nur effizient funktionieren, sondern Austausch und Identifikation ermöglichen.
Einen besonderen Zukunftsblick eröffnete Frank Schätzing im Gespräch mit Moderator Tom Hegermann. Unter dem Titel „Mensch oder Maschine – wer gestaltet die Zukunft?“ ging es um Chancen und Risiken technologischen Fortschritts – und um die Frage, wo Effizienz endet und menschliche Nähe beginnt. Für den internationalen Bestsellerautor ist Zuversicht der Schlüssel, um Herausforderungen und neue Technologien erfolgreich zu meistern. Schätzing plädierte dafür, Neues auszuprobieren, Scheitern als Lernprozess zu begreifen und künstliche Intelligenz nicht als Bedrohung zu betrachten. Statt KI aus Unwissenheit mit Angst zu begegnen, gehe es darum, sie verantwortungsvoll mitzugestalten.
Mit seinem Vortrag „Kopf hoch!“ zeigte der Spiegel-Bestsellerautor Prof. Dr. Volker Busch, wie Menschen in unsicheren Zeiten Mut, Zuversicht und mentale Stärke entwickeln können. Busch griff den Begriff der Krise als Wendepunkt auf: Für Unternehmen liege darin die Chance, Umbruchzeiten aktiv mitzugestalten, Kreativität zu nutzen und Raum für neue Ideen zu schaffen.
Orientierung für den Außer-Haus-Markt
Das Symposium zeigte: Einheitslösungen greifen im Außer-Haus-Markt immer weniger. Gefragt sind klare Positionierung, praxisnahe Konzepte und die Fähigkeit, wirtschaftliche, ökologische, technologische und menschliche Anforderungen zusammenzudenken. CHEFS CULINAR unterstrich mit dem Symposium seine Rolle als Impulsgeber und Partner der Branche – und bot ein Forum für Austausch, Einordnung und Vernetzung.
Was unsere Branche auszeichnet, ist ihre enorme Praxisnähe und Innovationsfähigkeit: Lösungen entstehen jeden Tag dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen – in Küchen, Betrieben und Teams““, so Janssen. „Wenn wir diese Kompetenzen mit klarer Positionierung und Offenheit für Neues verbinden, entsteht genau der Zukunftsoptimismus, den wir brauchen.“