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Grana Padano

Grana Padano

Dt.: Grana Padano; engl.: Grana Padano; frz.: Grana Padano

Für Unwissende ist er einfach eine preiswertere Alternative zum Parmesan. Doch damit tut man dem Grana Padano Unrecht: Die leckere Käsespezialität besitzt einen ganz eigenen Charakter – man muss sie nur richtig kennenlernen!

Geschichte

Vermutlich nahm der Grana Padano im Jahr 1135 in der südlichen Lombardei im Kloster Chiaravalle Milanese seinen Anfang. Nahrung war hier knapp, deswegen durfte nichts verschwendet werden. Die Mönche suchten nach einem Weg, überschüssige Milch möglichst lange haltbar zu machen. Frischkäse war zu leicht verderblich. Also ließen die Kuttenträger ihr Produkt extra lange reifen – und erfanden dabei den aromatischen Hartkäse. Sie selbst nannten ihre Erfindung „caseus vetus“, was ganz schlicht „alter Käse“ bedeutet. Wegen seiner bröckeligen Konsistenz gab ihm das Volk dann den Namen „formaggio di grana“, kurz grana. Auch hier war man nicht gerade erfinderisch: „Granuloso“ bedeutet „körnig“ im Deutschen. Seinen zweiten Namensteil verdankt der würzige Italiener seinem Herkunftsort, der Po-Ebene – Pianura padana.

Bald widmeten sich mehrere Käsereien der Region der Herstellung der leckeren Milchspezialität. Da er lange haltbar war, wurde der Grana Padano bald zum wichtigen Handelsgut – nicht nur in Italien. Auch für Seefahrer eignete er sich perfekt als Proviant. Bis heute hat sich an der Herstellungsweise des Käses nicht viel geändert.

Herkunft

Die Heimat des Grana Padano ist Italien. Noch heute wird das Original nur hier in einer genau festgeschriebenen Reihe von Ortschaften – unter anderem die Po-Ebene und einige Alpentäler – produziert.

Herstellung

Für den Grana Padano wird die frische Milch in 2 Melkdurchgängen gewonnen: einmal morgens und einmal abends. Man füllt sie in Wannen, sodass sich der Rahm oben absetzt. Dieser wird zum Teil abgeschöpft; hinterher ist die Rohmilch teilentrahmt. Unter Zugabe von Milchsäurebakterien und Lab – ein Enzym aus dem Kälbermagen – wird die Milch in großen Kupferkesseln erhitzt, woraufhin sie gerinnt.

Nun wird die Masse mit einem feinmaschigen Sieb zerschnitten. Die charakteristischen Körner entstehen und setzen sich am Kesselboden ab. Von einer Massenproduktion kann man bei der Herstellung des Grana Padano nicht gerade sprechen: Ein einziger Kessel fasst gerade einmal genug Teig für 2 Laibe. In Tüchern wird die Masse herausgehoben und zu Laiben gepresst. Ein einziger der runden Käseräder kann bis zu 35 kg schwer werden. Der Umfang beträgt rund 40 cm, die Höhe bis zu 25 cm.

Der noch unfertige Grana Padano darf erst 2 Tage ruhen, dann taucht er ab: Bis zu 25 Tage baden die Laibe in einer Salzlake. Danach bringt man sie ins Reifelager, wo sie bei Temperaturen von 15–22 °C liebevoll umsorgt werden: Regelmäßig müssen die Laibe gebürstet und gewendet werden. Mit einem kleinen Hammer zum Abklopfen der Laibe und einer spiralförmigen Nadel zum Überwachen von Aroma und Konsistenz kontrollieren Experten regelmäßig den Zustand.

Familie & Arten

Der Grana Padano gehört zur Kategorie der Extrahartkäse. Seit 1996 trägt der Käse das europäische DOP-Siegel. Dieses weist ihn als Spezialität mit geschützter Ursprungsbezeichnung aus. Ein spezielles Konsortium – das Consorzio di tutela del Grana Padano – passt auf, dass der Käse seinem guten Ruf stets gerecht wird: Regelmäßig überprüfen Experten den Geschmack des Produktes und achten darauf, dass die Richtlinien bei der Herstellung streng eingehalten werden.

Merkmale

Der Grana Padano hat einen intensiven Geruch und ein pikantes, nussartiges Aroma. Häufig wird er mit dem Parmesan verwechselt, doch er schmeckt etwas milder und weicher. Sein strohweißer bis hellgelber Teig präsentiert sich trocken und körnig, zum Teil sogar brüchig, mit kaum sichtbaren Löchern. Die goldgelbe Rinde ist glatt, fest und 4-8 mm dick. Der Käse hat einen Fettgehalt von 32 % i. Tr.

Grana Padano gibt es in verschiedenen Altersklassen bzw. Reifegraden:

  •  Der frische bzw. junge Grana Padano reift 9-12 Monate heran.
  •  Der mittlere Grana Padano ruht etwa 16 Monate, bevor er genossen wird.
  •  Der reife Grana Padano – riserva – entfaltet sein volles Aroma nach rund 20 Monaten. Er schmeckt kräftig und vollmundig und ist wesentlich körniger als seine jüngeren Geschwister.
Verwendung

Der Grana Padano ist dem Parmesan recht ähnlich – und eignet sich daher auch für all jene Gerichte, die auch mit dem bekannten Verwandten gut gelingen. Dabei sollte man auf den Reifegrad des Käses achten: Die junge Variante ist ideal zum Überbacken von Aufläufen. Für pikante Füllungen, beispielsweise von Fleisch, Nudelspezialitäten oder Gemüse, eignet sich die mittlere Reife am besten.

Die reife Variante genießen Feinschmecker am liebsten pur zu einem guten Tropfen Rotwein. Dazu reicht man würzige Oliven und süße Weintrauben - sie runden den Geschmack des Italieners harmonisch ab. Auch mit reifen Birnen oder einem Klecks Feigensenf entwickelt der Grana Padano eine ungewöhnlich gute, fruchtig-würzige Geschmackskomposition. Ganz wunderbar schmeckt er darüber hinaus auch zusammen mit italienischem Parmaschinken. Als Snack reicht man den Käse am besten bei Zimmertemperatur. Denn nur so entwickelt er sein volles Aroma.

Frisch gerieben, ist der reife Grana Padano das sprichwörtliche i-Tüpfelchen auf italienischen Pastagerichten. Aber auch Risottos, Soßen und Suppen oder würzigem Kräuterpesto gibt er das gewisse Extra. In dünne Scheiben gehobelt, ist er eine delikate Vollendung für Salate oder das typisch italienische Carpaccio.

Als Brotaufschnitt hingegen eignet sich der Grana Padano nicht – dazu ist er zu bröckelig. Aus diesem Grund ist es unter Kennern auch verpönt, das edle Milchprodukt mit dem Messer in Scheiben zu schneiden: Stattdessen verwendet man ein spezielles Parmesanmesser mit mandelförmiger kurzer Schneide. Mit ihm lässt sich der Käse in Stücke brechen. Daher wird der Italiener in seiner Heimat auch „Bruchkäse“ genannt.

Nährwerte

100 g Grana Padano enthalten 384 Kalorien, 28 g Fett und 33 g Eiweiß. Er bringt zudem hohe Dosen Kalzium, daneben Phosphor, Kupfer, Zink und Selen mit.

Lagerung & Aufbewahrung

Bei kurzen Zwischenstopps im Kühlschrank fühlt sich der Käse in Folie gewickelt und bei rund 4 °C am wohlsten. Wer ihn länger aufbewahren will, verzichtet auf die Folie - in dieser fängt der Käse leichter an zu schimmeln. Stattdessen wickelt man ihn in ein Küchentuch ein. Dadurch trocknet er zwar leicht aus, hält sich dafür dann aber mehrere Monate. Geriebener Käse lässt sich gut einfrieren.

Qualität & Einkauf

Den original Grana Padano erkennt man am Qualitätssiegel mit dem vierblättrigen Kleeblatt, der Nummer der Käserei sowie dem Schriftzug „Grana Padano“. Dieser ist bei verpackten Stücken auf der Verpackung aufgedruckt.

Gesundheit & Wirkung

Im Grana Padano steckt das Gute der Milch - und zwar in hochkonzentrierter Form! 100 g des Käses liefern in etwa die Nährstoffe von rund 1 Liter Milch. Daher enthält der Grana Padano hohe Mengen Eiweiß, das unser Körper zum Beispiel als „Baustoff“ für die Muskeln und zur Bildung von Enzymen benötigt.

Als typischer Hartkäse kann die italienische Spezialität zudem mit hohen Dosen eines wichtigen Minerals auftrumpfen: Kalzium. Rund 1,3 g des knochenstärkenden Vitalstoffes stecken in 100 g. Damit deckt eine Portion von 30 g schon einen großen Teil der empfohlenen Tagesdosis von 1.000 mg. Vor dem hohen Fettgehalt der köstlichen Spezialität müssen sich auch gesundheitsbewusste Genießer nicht fürchten: Rund 40 % der enthaltenen Fettsäuren sind ungesättigt und damit für unseren Körper besonders wertvoll. Durch den langen Reifungsprozess ist der Grana Padano zudem gut bekömmlich.