Weit über die Grenzen Norddeutschlands hinaus wird sie liebend gern von Groß und Klein als Nachtisch verschlungen. Kein Wunder, denn die Grütze aus roten Beeren ist eine erfrischende und zugleich einfach zuzubereitende Süßspeise, die nicht nur im Sommer genossen wird.
Als die Grütze rot wurde
Der Vorläufer der heute bekannten Nachspeise war ein Brei, der bei der Landbevölkerung fast täglich als Hauptmahlzeit auf dem Speisplan stand. Ursprünglich war Grütze gar kein Früchte-, sondern ein Getreidebrei aus Buchweizen, Hafer, Gerste oder Weizen, der mit Wasser, Milch oder Brühe aufgekocht wurde. Zu der verdünnenden Flüssigkeit wurde in der Zeit vor 1800 auch roter Saft aus Johannesbeeren hinzugemischt. Dieser gab der Grütze ihren heutigen Namen. Später rührte man zuweilen auch Wein unter.
Der Desserthit und seine Varianten
Zwar wird die Grütze hier namentlich den Hamburgern zugeordnet, wer aber als erster die Idee zu dieser Speise hatte, ist unbekannt. Sowohl in Schweden, Dänemark als auch im Norden Deutschlands schwört jeder jeweils auf „sein“ Rezept. Aber allen ist gleich: rote Früchte gehören hinein, denn diese geben der Speise die typische Färbung. Das können Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen und Johannesbeeren sein. Mitunter werden auch Brombeeren hineingemixt, die zu einer tiefroten Farbe beitragen. Den Unterschied zwischen den Herstellungsweisen macht das Bindemittel aus, durch das die charakteristische Konsistenz entsteht. Während in Hamburg Speisestärke eingesetzt wird, benutzt man in Schleswig-Holstein Puddingpulver, anderswo auch Gries, Sago oder Reismehl.
Und was gibt’s dazu?
In Dänemark und Schweden wird Rote Grütze bevorzugt med fløde bzw. med grädde, also mit Sahne, verspeist. Hierzulande wird Vanille als süße Komponente bevorzugt. Ob mit heißer Soße im Winter oder erfrischendem Eis im Sommer – der süß-sauer Kontrast macht die Süßspeise zu einem fruchtig-leichten Nachttisch, der nach dem Hauptgericht immer doch noch irgendwie „reinpasst“.