Das Ramen ist einfach ein Gericht für die Seele. Bei der Kombination aus reichhaltiger Brühe, Weizennudeln und geschmacksvollen Toppings wird einfach jedem warm ums Herz. Egal ob scharf, umami oder salzig – die Suppe ist nicht nur lecker, sondern auch vielseitig. Doch wussten Sie, dass das japanische Nationalgericht ursprünglich aus China kommt?
Von China nach Japan
Das Gericht wurde von chinesischen Einwanderern erstmals in den 1880er Jahren in der japanischen Hafenstadt Yokohama eingeführt. Die Chinesen nannten es „Lamian“ (= „gezogene Nudeln“), woraus sich der heutige Name ableitet. Die Japaner passten das Gericht Anfang der 1900er-Jahre an und so entstand die japanische Variante des „Lamian“. In den „Goldenen Zwanzigern“ wuchs die Popularität der günstigen Mahlzeit, doch die Produktion wurde durch den zweiten Weltkrieg stark eingeschränkt. Als die US-Amerikaner Weizen nach Japan importierten und sich der Ramen-Konsum verbreitete, wurde das Gericht zum festen kulturellen Bestandteil Japans.
Bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nannte man das Gericht noch „Shina-Soba“. Mit der Verbreitung des Konsums wurde das Trend-Gericht als Ramen bekannt. Mittlerweile gibt es mehr als 200.000 Ramenlokale in Japan namens Ramen-ya, von denen viele ihr eigenes Geheimrezept besitzen. Aber auch aus Deutschland ist das Ramen nicht mehr wegzudenken.
Eine Suppe, viele Aromen
Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Ramen zuzubereiten. Die grundsätzliche Unterscheidung liegt bei der Tare (= Würze). Fast jedes Ramen-Lokal hat seine eigene geheime Tare-Mischung, was u.a. von der Region beeinflusst wird. Die beliebtesten sind Shoyu-Ramen, Shio-Ramen und Miso-Ramen. Die Grundzutaten der Brühe sind meistens Ingwer, Knoblauch, Sesamöl, Bohnenpaste mit Chili, Sake und Hühner- oder Gemüsebrühe. Um den Geschmack noch interessanter zu machen, werden zusätzlich Aroma-Öle verwendet.
Die gleichnamigen Nudeln sind mit Kansui bzw. „Lye Water“ versetzt, einer Mischung aus Natriumcarbonat und Kaliumcarbonat. Hierdurch bekommen die Nudeln ihre Farbe, Textur und Geschmack. Als Toppings gibt es viele verschiedene Zutaten, die man verwenden kann. Ein paar der typischsten sind Eier, Frühlingszwiebeln, Schweinebauch, Mais und Tofu.