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Kreuzkümmel

Kreuzkümmel

Dt.: Kreuzkümmel; engl.: cumin/jeera; frz.: cumin

Äußerlich mag Kreuzkümmel seinem heimischen Namensvetter, dem Kümmel, ähneln – doch geschmacklich ist er eine vollständig eigenständige Persönlichkeit! Mit seiner frischen Schärfe verleiht er exotischen Gerichten die besondere Note.

Geschichte

Bereits in der Bibel wird Kreuzkümmel erwähnt. Seine Geschichte führt uns in das Gebiet rund um das antike Zweistromland. Die Sumerer kultivierten ihn ebenso wie die Ägypter – sie schätzten das Gewürz sogar so sehr, dass sie es ihren Toten ins Grab mitgaben. Die frühesten archäologischen Funde stammen aus dem heutigen Irak. Bei Ausgrabungen eines Gebäudes aus der Zeit um 1700 v. Chr. fand man unter anderem auch Kreuzkümmelfrüchte.

Die Römer verliehen ihren Saucen mit dem Gewürz die besondere Note. Nicht nur das: Bei ihnen galt Kreuzkümmel auch als wirksames Mittel, um sich selbst eine vornehme Blässe zu verleihen. Zu diesem Thema gibt es eine lustige Anekdote: Um sich ein hohes Amt zu erschleichen, trank ein reicher Römer einen ordentlichen Schluck Kreuzkümmelwasser. Totenbleich war er, als er zu Kaiser Nero ging. Er versprach dem Herrscher, ihn zum Erben seiner Güter zu machen – vorausgesetzt, er verleihe ihm den ehrwürdigen Posten. Der geldgierige Kaiser willigte ein. Zu dumm nur, dass der vermeintlich Todgeweihte schon bald wieder bei bester Gesundheit war …

Doch diese List tat der Beliebtheit des Kreuzkümmels unter den Römern keinen Abbruch. Sie waren von ihm so begeistert, dass sie ihn auch in eroberten Gebieten nicht missen wollten. Doch mit dem Anbau klappte es dort nicht so recht: Im kühlen Germanien war es dem Doldenblütler schlicht zu kalt. Mehr Erfolg hatten da die Spanier im 16. Jahrhundert: Sie brachten den Kreuzkümmel mit nach Mittelamerika. Hier spielte er kulinarisch bald eine wichtige Rolle – und ist bis heute nicht mehr wegzudenken aus dem köstlichen Chili con Carne.

Im mittelalterlichen Abendland nutzten vor allem Heilkundige den Kreuzkümmel für medizinische Zwecke. Auf kulinarischer Ebene hingegen verlor der markante Exot schon bald an Bedeutung: Der mildere Kümmel lief ihm hier eindeutig den Rang ab.

Herkunft

Kreuzkümmel stammt aus dem afrikanisch-arabischen Mittelmeerraum. Indien, China und Indonesien gelten heute als Hauptanbaugebiete.

Saison

Das Gewürz ist ganzjährig im Handel erhältlich.

Familie & Arten

Kreuzkümmel gehört zur Familie der Doldenblütler. Er wird auch Cumin genannt und trägt darüber hinaus viele weitere Namen: Man kennt ihn als orientalischen, türkischen oder weißen Kümmel ebenso wie als Mutter- oder Pfefferkümmel. Der wissenschaftliche Name lautet Cuminum cyminum.

Merkmale

Die wärmeliebende Pflanze wird rund 30 cm lang und hat am Boden kriechende Stängel. Die Blüten stehen in Dolden und haben eine weiße bis rosa-violette Tönung. Rund 5 mm messen die sichelförmigen Spaltfrüchte. Sie nehmen einen bräunlichen, grünlichen oder gräulichen Farbton an. Charakteristisch sind ihre Längsrippen und der intensive Geruch.

Verwendung

Verwendet werden hierzulande die Früchte der Pflanze. Häufig bezeichnet man sie auch als Samen. Äußerlich ähneln sie stark den Früchten des normalen Kümmels. Geschmacklich jedoch haben die beiden nichts gemein: Die Kreuzkümmelfrüchte sind leicht bitter und scharf, verleihen Gerichten aber dennoch eine frische Note.

Im Gegensatz zum heimischen Namensvetter ist die exotische Variante ein Teamplayer: Sie macht sich gut in Mischgewürzen, zum Beispiel Curry-Pulver. Nicht nur in Indien, auch in Lateinamerika und in arabischen Ländern erfreut sich das Gewürz großer Beliebtheit: Chili con Carne und Falafel profitieren von seinem charakteristischen Geschmack. Es verfeinert Fleisch- und Fischgerichte, passt aber auch gut zu Getreide, Reis und Gemüse. Gerne wird Kreuzkümmel in Gerichten mit Kohl und Hülsenfrüchten verwendet, um einem Blähbauch vorzubeugen. Er sollte sparsam verwendet und vor dem Gebrauch ohne Öl angeröstet werden – so wird das Aroma milder und leicht nussig. Mit Koriander bildet das Gewürz ein aromatisches Traumpaar.

Nährwerte

100 g Kreuzkümmel haben 408 Kalorien, 18 g Eiweiß, 22,3 g Fett, 34 g Kohlenhydrate und 10,5 g Ballaststoffe. Sie enthalten verschiedene B-Vitamine und weitere Vitalstoffe wie Kalzium und Eisen.

Lagerung & Aufbewahrung

Kreuzkümmel sollte kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden. In gut verschlossenen Behältern halten die ganzen Früchte über 1 Jahr ihr Aroma.

Qualität & Einkauf

Im Handel findet man ganze Kreuzkümmelfrüchte sowie gemahlenen Kreuzkümmel. Den ganzen Früchten sollte hier Vorzug gegeben werden: Am besten schmeckt Kreuzkümmel, wenn er erst kurz vor seiner Verwendung frisch gemahlen wird.

Gesundheit & Wirkung

Für gestresste Bäuche ist Kreuzkümmel-Tee eine wahre Wohltat: Seine ätherischen Öle und die Aromastoffe unterstützen die Verdauung. Schon Hildegard von Bingen empfahl das Gewürz daher zum fettreichen Käse. Da das Gewürz krampflösend wirkt, hilft sein Tee auch bei Regelschmerzen. Nach ayurvedischer Lehre stärken die Inhaltsstoffe des Kreuzkümmels die Nieren- und Leberfunktion.