Labskaus

Auch ohne Zähne genießbar

Labskaus kann auch durchaus edel angerichtet werden

Für den einen ist es ein Muss beim Außer-Haus-Essen, dem anderen kommt es nach dem ersten Probieren nicht mehr auf die Gabel: Labskaus bringt Kartoffeln, gepökeltes Schweine- oder Rindfleisch, Salzgurken und Rote Bete zusammen auf den Teller – und das alles schön klein gestampft. Spiegeleier, Hering oder Zwiebeln sorgen dann für den letzten Pfiff am Gericht. Allerdings variiert die Zusammensetzung; je nach Region und Land schmeckt Labskaus unterschiedlich. So isst man es beispielsweise in Dänemark mit frischem Rind- oder Schweinefleisch, in Norwegen kommen noch Steckrüben und Wurzelgemüse dazu.

Für lange Zeit in Vergessenheit geraten, feiert Labskaus nun sein Comeback: Immer mehr Restaurants interpretieren das Gericht neu, probieren andere Zutaten aus und bringen sein Niveau auf das oberste Level. Da kommt nicht selten das edelste Stück vom Lamm oder das beste Stück des Schweins in den Brei!

Besonders im Winter erfreut sich Labskaus großer Beliebtheit. Oft wird es das Nationalgericht der Hamburger genannt – aber ob das wirklich stimmt?

 
Segelschiff

Kein Seemannsgarn!

Leider weiß niemand sicher, ob Labskaus aus Hamburg kommt. Legenden erzählen aber, dass das Gericht irgendwo auf hoher See entstand; Labskaus soll ein Seemannsessen gewesen sein. Auf langen Schifffahrten hielten sich die meisten Lebensmittel nämlich nicht lange, denn Kühlschränke oder Tiefkühltruhen gab es nicht. Pökelfleisch, Kartoffeln und eingelegtes Gemüse blieben aber auch ohne weitere Hilfsmittel lange genießbar. Außerdem hatten die Seemänner stets Hühner an Bord – Eier gingen ihnen also nicht aus. Und frischen Fisch gab es auf hoher See zur Genüge, das versteht sich von selbst.

Hinzu kam, dass Seeleute meist mit der Krankheit Skorbut zu kämpfen hatten. Durch den Vitamin-C-Mangel fielen ihnen die Zähne aus. Sehr feste Nahrung war somit ein echtes Problem. Und so zerkleinerte der Küchenchef – der Smutje – alle Zutaten so lange, bis die zahnlosen Seemänner ihr Essen genießen konnten.

Den Namen soll der Labskaus vom Englischen "labscouse" haben, was übersetzt "Speise für Flegel" bedeutet. Aber auch die lettische Bezeichnung "Labs kausis" könnte an der Namensgebung beteiligt gewesen sein. Oder stammt das Wort von den norddeutschen Begriffen "Lappen" für Frühstück und "Kaus" für Schüssel oder Schale ab? 

Woher das Wort "Labskaus" wirklich kommt, ist bis heute nicht geklärt. Aber eins ist sicher: Die Norddeutschen lieben das Labskaus!