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Litschi

Litschi

Dt.: Litschi; engl.: lychee; frz.: litchi

„Wer einmal eine Litschi kostet, wird erst wieder bei der nächsten glücklich werden.“ – An diesem chinesischen Sprichwort könnte etwas Wahres dran sein, denn die kleine, exotische Frucht beeindruckt mit ihrem süßen Geschmack und dem leichten Rosenaroma.

Geschichte

Zum ersten Mal wurde die Litschi ca. 1.000 Jahre vor Christus in chinesischen Schriften erwähnt. Die Chinesen verehrten die Frucht damals als Symbol für Liebe und Lebensfreude. Angeblich ließen sich früher sogar einige Herrscher ihre Steuern in Form von Litschis bezahlen. Wer heute in den Genuss der süßen Frucht mit dem feinen Aroma kommt, kann das sicher verstehen!

Herkunft

Der Litschibaum war ursprünglich in den tropischen Regenwäldern und Bergwäldern Südchinas zu Hause. Von dort aus verbreitete sich die süße Frucht in angrenzende Gebiete Südasiens; im späten 17. Jahrhundert erreichte sie Burma, 100 Jahre später Indien. 1775 wurde die Pflanze in der Karibik angebaut, im 19. Jahrhundert gab es sie sogar in englischen und französischen Gewächshäusern. Heute wachsen Litschis vor allem in subtropischen Ländern wie Taiwan, Thailand, Indien, Südafrika, Australien, Brasilien und Mexiko sowie auf Inseln wie Hawaii, Madagaskar und Mauritius.

Saison

Die Erntezeit der Litschi ist relativ kurz – und so bekommt man die Frucht aus den verschiedensten Regionen das ganze Jahr über: Von November bis Januar wird sie meist aus Madagaskar oder Mauritius, von Oktober bis Februar aus Südafrika, von März bis Mai aus Thailand, im Juni aus Indien oder Taiwan und von Juli bis September aus Israel importiert.

Familie & Arten

Der immergrüne Litschibaum gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse und ist die einzige Art der Pflanzengattung Litchi. Wissenschaftlich wird er Litchi chinensis genannt. Es gibt aber Unterarten, die an unterschiedlichen Orten gedeihen; mal muss das Klima feucht und trocken sein, mal tropisch feucht, mal liegt der ideale Standort in bis zu 500 m Höhe.

Merkmale

Im subtropischen Klima kann der Litschibaum mit seiner runden Baumkrone schon mal 20 m hoch und bis zu 100 Jahre alt werden. Im Frühling trägt er weißlich bis grünliche Blüten, die in Rispen wachsen. Daraus entwickeln sich jährlich 100–200 kg Früchte – das entspricht ca. 24.000 Stück –, die wie Trauben in Büscheln zu 30 Stück hängend wachsen.

Eine einzelne Frucht ist 3 bis 5 cm groß, oval bis rund oder auch herzförmig und hat eine dunkelrosafarbene bis hellrote, schuppenartige, dünne Schale. Darunter verbirgt sich ein milchig weißes, perlmuttartig schimmerndes Fruchtfleisch, das rosenähnlich duftet, wunderbar süß und etwas säuerlich schmeckt. Darin steckt ein nicht essbarer Kern, der einer Kastanie gleicht. Mittlerweile werden immer öfter Litschis ohne Kern gezüchtet – allerdings sind diese in unseren Breitengraden selten erhältlich.

Verwendung

Die Litschi schmeckt pur am besten – in Obstsalaten und Desserts ist die exotische Frucht ein echter Genuss! Ihr feines, erfrischendes Aroma harmoniert auch mit anderen Süßspeisen oder Getränken perfekt; als hübsche, essbare Deko peppt sie zum Beispiel Eisbecher oder Cocktails auf.

Zu herzhaften Salaten passt die Frucht ebenso wie zu asiatischen Fisch-, Fleisch- und Geflügelgerichten. Und auch in Bowle lässt sie sich einlegen. Die geschuppte Schale springt übrigens auf, wenn Sie auf die Frucht drücken – Sie können sie dann pellen wie ein Ei; der Kern kann mit einem Messer aus dem weichen Fruchtfleisch herausgelöst werden. Wer seine Gäste zum Staunen bringen will, ersetzt den Kern durch ein Stück Ananas oder Melone …

Nährwerte

Frische Litschis liefern 74 Kalorien pro 100 g Fruchtfleisch. Sie sind reich an Vitamin C, das unser Immunsystem stärkt, und haben außerdem einen relativ hohen Kaliumanteil – 182 mg auf 100 g Früchte.

Lagerung & Aufbewahrung

Der hohe Zuckeranteil in Litschis lässt die Früchte schnell schimmeln, und weil ihre Schale ziemlich dünn ist, trocknet das Fruchtfleisch recht schnell aus. Litschis müssen deshalb zügig verzehrt werden. Im Kühlschrank halten sie maximal eine Woche, bei Zimmertemperatur höchstens 3 Tage.

Das Obst lässt sich aber auch prima einfrieren: Dazu Schale und Kern entfernen und das Fruchtfleisch in Gefrierdosen oder -beutel verpacken. Litschis gibt es übrigens auch in Konserven, allerdings schmecken sie frisch viel besser.

Qualität & Einkauf

Weil Litschis nicht nachreifen, sollten Sie sie nur vollreif kaufen. Die Schale der Früchte ist dann gleichmäßig rot gefärbt; überreife Exemplare sehen dunkel, fast schwarzbraun aus und fangen an zu gären. Wenn Litschis lose angeboten werden, sollten Sie die Chance ergreifen und eine Frucht probieren – denn manchmal wird das Mini-Obst, damit es länger haltbar ist, unreif geerntet und schmeckt nicht. Zu erkennen ist das aber meist auch an der gelbgrünen Schale.

Übrigens verlieren Litschis normalerweise 2–3 Tage nach der Ernte ihre rote Farbe; damit das nicht passiert, werden sie mit Schwefeldioxid behandelt und ununterbrochen gekühlt, bis sie in den Handel kommen – so bleibt das Rot erhalten. Wer allerdings beim Einkauf nicht darauf achtet, dass die Schale keine Risse oder Löcher hat, wird vom Aroma der entsprechenden Frucht nicht gerade begeistert sein!

Gesundheit & Wirkung

Litschis wirken blutreinigend und sind gut für Magen und Darm. Außerdem stärkt der in der Litschi enthaltene hohe Vitamin-C-Gehalt die Abwehrkräfte; das Kalium sorgt dafür, dass Nerven und Muskel einwandfrei funktionieren. Weil die Früchte so leicht verdaulich sind, belasten sie selbst einen empfindlichen Magen nicht.