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Löwenzahn

Löwenzahn

Dt.: Löwenzahn; engl.: dandelion; frz.: dent-de-lion/pissenlit

Leuchtend gelb schmückt er die Frühlingswiese, um sich wenig später als „Pusteblume“ in alle Winde zu verstreuen. Doch der Löwenzahn ist nicht nur eine echte Augenweide: Er macht sich auch auf dem Teller ganz hervorragend!

Geschichte

Arabische Ärzte setzten den Löwenzahn schon im Mittelalter als entwässerndes Mittel ein. Der milchige Saft galt vielen Heilkundigen als Arznei gegen Warzen; die getrockneten Blätter sollten angeblich von Zahnschmerzen befreien. Wer an Magie glaubte, rieb sich mit Löwenzahn den Körper ein. Nach altem Hexenwissen erfüllte sich so jeder Wunsch.

Als Pusteblume war die Pflanze früher besonders bei jungen Frauen sehr beliebt – denn man sagte ihr prophetische Fähigkeiten nach. Entscheidend war, wie viele Früchte nach dem Pusten an der Blüte verblieben: Die Anzahl zeigte an, wie viele Jahre es noch bis zur Hochzeit dauern würde … Wer alle Früchte auf einmal wegpusten konnte, galt als echtes Glückskind!

Doch auch Feinschmecker kannten den Löwenzahn: Bereits vor rund 400 Jahren waren seine Blätter ein beliebtes Gemüse – die Franzosen schätzten sie vor allem als pikante Salatbeilage. Daher bauten sie die Pflanze gezielt an und holten durch Züchtungen das Beste aus ihr heraus. In der Nachkriegszeit, als Kaffeebohnen rar waren, wurde aus der getrockneten Wurzel ein Ersatzkaffee hergestellt.

Hobby-Gärtnern gilt der scheinbar unzerstörbare Löwenzahn heutzutage meist nur als Unkraut. Allerdings nur so lange, bis sie seine kulinarischen Qualitäten entdecken!

Herkunft

Löwenzahn stammt ursprünglich aus Europa und Westasien. Hierzulande findet man ihn als Wildkraut auf Wiesen, in Gärten und an Wegesrändern

Saison

Ab März gibt es bis zum Sommerende frischen Löwenzahn vom Freiland. Im Herbst und Winter müssen Feinschmecker mit Treibhaus-Ware vorliebnehmen.

Familie & Arten

Löwenzahn gehört zu den Korbblütern. Die deutsche Sprache kennt hunderte verschiedene Namen für die Pflanze. Zu den bekanntesten gehören Butterblume, Kuhblume, Schäfchenblume oder Pusteblume. Der wissenschaftliche Name ist Taraxacum sect. Ruderalia oder Taraxacum officinale. Die Allerweltspflanze ist mit unzähligen Arten auf den meisten Kontinenten vertreten.

Merkmale

Löwenzahn ist eine sehr anpassungsfähige Pflanze, deren Gestalt und Blütezeit je nach Standort variieren kann. Der krautige Korbblütler wird meist bis zu 30 cm hoch. Seine starke Pfahlwurzel hat genug Kraft, um den Asphalt unserer Straßen zu sprengen.

Die Blätter sind zwischen 10–30 cm lang, gezahnt und in der Form einer Rosette angebracht. Am Ende des hohlen Schaftes sitzen sattgelbe Blütenköpfe. Bei ihnen handelt es sich um Scheinblüten, in denen rund 200 kleine Zungenblüten zusammengefasst sind. Nach der Blüte entwickelt sich aus ihnen der ballonförmige Fruchtstand, bestehend aus behaarten Achänen. Die kleinen Samen werden mit ihren „Flugschirmen“ durch den Wind verbreitet – daher stammt der Name Pusteblume.

  • Wilder Löwenzahn schmeckt besonders aromatisch. Gepflückt wird er vor der ersten Blüte. Genießer verzehren sowohl Blätter als auch Blüten
  • Kultur-Löwenzahn hat ein milderes Aroma als die wilde Verwandte. Bei dieser Variante geht es weniger um die Blüten als um die Blätter: Sie laufen spitz zu und sind fleischiger als im Urwuchs. Häufig wird gebleichte Ware angeboten. Sie wächst in dunklen Räumen heran. So schmückt sich die Pflanze nicht nur mit vornehmer Blässe – sondern enthält auch weniger störende Bitterstoffe.
Verwendung

Von der Löwenzahnpflanze lassen sich Blätter, Blüten und Wurzeln verwenden.

  • Dank ihres würzig-herben, leicht bitteren und nussigen Geschmacks eignen sich die Blätter ideal zum Aufpeppen von Salaten. Auch im Kräuterquark machen sie eine gute Figur. Zudem können die Blätter ähnlich wie Spinat zubereitet und als Beilage serviert werden. Im Pesto – zum Beispiel mit Walnüssen – harmonieren sie perfekt mit frischer Pasta
  • Die hübschen gelben Blüten werden gerne als essbare Garnitur verwendet. Zudem kann man sie einkochen und aus ihnen Sirup, Gelee und einen honigartigen Brotaufstrich herstellen
  • Aus der Wurzel des Löwenzahns lässt sich ein würziger Kräuterkaffee kochen. Dazu wird sie klein gewürfelt, getrocknet und geröstet. Die Wurzelstücke lassen sich nun in der Kaffeemühle fein mahlen
Nährwerte

100 g Löwenzahn enthalten 27 Kalorien, 2,9 g Eiweiß, 0,6 g Fett, 2,4 g Kohlenhydrate und 3 g Ballaststoffe. Löwenzahn bringt reichlich Vitamin C mit – 100 g decken fast zwei Drittel des täglichen Bedarfs. Zudem stecken in ihm Vitamin E sowie Kalzium und Magnesium.

Lagerung & Aufbewahrung

Frisch geerntete Löwenzahnblätter sollten am selben Tag zubereitet werden. Ist das nicht möglich, lassen sich die Blätter mit einem feuchten Tuch bedeckt rund 2 Tage gekühlt aufheben.

Qualität & Einkauf

Die Farbe des Löwenzahns sagt wenig über seine Frische aus – er ist sowohl im satten Grün als auch in gelblichen Farbtönen erhältlich. Auskunftsfreudiger sind die Schnittstellen: Bei frischem Gemüse tritt hier der milchige Saft aus. Ist die Schnittstelle dunkel und trocken, liegen die Pflanzen wahrscheinlich schon länger.

Wer selber pflückt, sollte den Löwenzahn abseits vielbefahrener Straßen, Hundewiesen und gedüngter Felder einsammeln. So ist seine Schadstoff- und Keimbelastung geringer. Zudem muss man den richtigen Zeitpunkt beachten: Die jungen Blätter schmecken vor der Blüte am besten.

Gesundheit & Wirkung

Seit Jahrhunderten gilt Löwenzahn als Heilpflanze. Besonders die Blätter stecken voller gesunder Stoffe, die unsere Ausscheidungsorgane anregen. Löwenzahn entwässert daher stark – nicht umsonst nennt man ihn im Französischen „piss-en-lit“, zu Deutsch: „Bettnässer“. Der Bitterstoff Taraxacin und ätherische Öle helfen zudem bei Gallen- und Magenleiden genauso wie bei Gicht und Rheuma.

In der Volksheilkunde ist Löwenzahn ein wichtiger Bestandteil traditioneller Frühjahrs- und Entschlackungskuren. Seine wertvollen Inhaltsstoffe wirken blutreinigend und helfen, den Stoffwechsel nach einem langen Winter wieder in Schwung zu bringen. Darüber hinaus kann durch die Kur der Neubildung von Gallensteinen vorgebeugt werden; das Hautbild klärt sich. Ein Auszug aus den jungen Blättern eignet sich als Hustensirup.

Die Wurzel enthält den Ballaststoff Inulin, der die Verdauung in Schwung bringt. Die Pusteblume bringt noch einen weiteren Pluspunkt mit: Ihr hoher Gehalt an Vitamin C stärkt das Immunsystem.

Gut zu wissen: Der milchige Saft in den Stielen ist ungiftig, kann empfindliche Haut jedoch reizen oder Allergien auslösen. Zudem hinterlässt er hartnäckige braune Flecken auf Haut und Kleidung.