Handlungsfeld Mensch

Mitarbeiter motivieren

Auf Feedback und eine Prise Vertrauen kommt’s an

Koch und Servicekraft bei der Arbeit in Gastronomie und Hotellerie Damit Mitarbeiter motiviert sind, ist regelmäßiges Feedback wichtig

An einem perfekten Arbeitstag läuft alles wie am Schnürchen: Die Stimmung ist prima und der Job macht Spaß. Alle im Team wissen, was sie zu tun haben und arbeiten zusammen. Sie sind hochmotiviert und deshalb geht ihnen die Arbeit leicht von der Hand. Warum ist das so? Und was kann ein Vorgesetzter tun, wenn es nicht so klappt? Wie lässt sich die Motivation Ihrer Mitarbeiter beeinflussen?

Unter den vielen Strategien und Ansätzen zum Thema Mitarbeitermotivation die richtige für den eigenen Betrieb zu finden, ist eine wichtige Managementaufgabe.

Festgelegte Ziele

Im ersten Schritt kann es hilfreich sein, die Mitarbeiter und ihre Motivation einzuschätzen. Dabei sollten Sie folgende Gesichtspunkte beachten:

  • Wie engagiert ist der Mitarbeiter?
  • Welches Können bringt er für die eigene Position mit?
  • Wie viel Raum bietet Ihr Betrieb für die Nutzung dieses Könnens?

Im Detail bedeutet das: Hinterfragen Sie, welche Ziele die Mitarbeiter bei der Arbeit verfolgen und wie diese mit den Zielen des Betriebes in Einklang stehen.

Regelmäßiges Feedback

Das setzt voraus, dass die Mitarbeiter die Betriebsziele für ihren Aufgabenbereich kennen, sich damit identifizieren und sie auch erreichen wollen. Sie haben idealerweise daran mitgearbeitet, die einzelnen Schritte zum Ziel zu definieren und kennen sie daher genau. Die Umsetzung liegt in ihren Händen und sie sind aktiv daran beteiligt: Sie wollen die Ziele erreichen!

Vorgesetzte sollten sie durch ihre Wertschätzung unterstützen und konstante Rückmeldung geben – entweder durch Lob oder konstruktive Kritik. Dadurch wissen die Mitarbeiter, was ihr Chef zu ihrer Arbeit steht und fühlen sich in ihren Handlungen bestätigt.

Chefkoch und Aushilfskoch in der Restaurant-Küche Talente der Mitarbeiter sollten bestmöglich genutzt werden

Genutztes Talent

Andererseits ist es wichtig zu wissen, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten jeder einzelne Mitarbeiter besitzt. Es liegt im Interesse beider – des Mitarbeiters und des Betriebes –, das individuelle Können effizient einzusetzen und bestmöglich zu nutzen. Die richtige Person muss am richtigen Ort sein!

So wird der Mitarbeiter erfolgreich sein – denn er macht etwas, das er gut kann. Durch den ständigen Austausch bei der Arbeit über die erbrachte Leistung weiß er, was der Chef von ihm hält und wie er die Arbeit beurteilt. Sukzessive können auch neue Ziele vereinbart werden. Im Zuge dieser betrieblichen Weiterentwicklung und durch die Delegation neuer Aufgaben kann das gegenseitige Vertrauen wachsen und das Selbstbewusstsein gestärkt werden.

Ausreichende Entscheidungsfreiheit

Die Führungskraft sollte ausreichenden Entscheidungsraum schaffen, damit die Mitarbeiter sich innerhalb dieses gemeinsam gesteckten Rahmens entfalten und ihr Können anwenden dürfen. Dazu gehört die Delegation von Aufgaben, für deren Entscheidungen sie die Verantwortung übernehmen und auch die Konsequenzen tragen.

Die Mitarbeiter arbeiten eigenverantwortlich und kontrollieren die Ergebnisse selbst. Der Vorgesetzte behält zwar letztendlich immer die Gesamtverantwortung, erlaubt dem Mitarbeiter jedoch, frei zu entscheiden – mit allen Konsequenzen. Dazu muss im Vorfeld geklärt werden, wie mit Fehlern umgegangen werden wird, die trotz bester Vorbereitung passieren können. Das kann dem Mitarbeiter die Angst davor nehmen, Sicherheit geben und ihn in seinem Tun bestärken.


So manche Aufgabe kann delegiert werden

Beispiele: Dienstplan-Gestaltung, Budget-Erstellung und Tätigkeiten für Azubis

Das Schreiben des Dienstplans für die Abteilung betrifft alle Teammitglieder und ist betriebswirtschaftlich relevant. Die Aufgabe setzt Fachkenntnis voraus und fordert klare Entscheidungen. Das Ergebnis – der fertige und verbindliche Dienstplan – kann vom Chef und den Kollegen begutachtet und diskutiert werden. Es gibt direktes Feedback – positives wie konstruktives – von allen Beteiligten, und die Konsequenzen des Handelns werden deutlich. Der Mitarbeiter kann diese Ergebnisse für die nächste Dienstplangestaltung nutzen.

Genauso steht ein Abteilungsleiter, der in die Budget-Erstellung involviert ist und an den Planzahlen mitarbeiten darf, hinter seinen Zahlen und identifiziert sich mit den Ergebnissen. Seinen Mitarbeitern wird er jede einzelne Position erklären und ist motiviert, die selbst gesteckten Ziele gemeinsam mit seinem Team zu erreichen. Er kann dann sowohl die Erstellung wie auch die Umsetzung und Auswertung der Ergebnisse seiner Abteilung steuern und trägt die Verantwortung dafür.

Auch Azubis haben Vertrauen verdient. Auszubildende entwickeln sich im Laufe ihrer Lehrzeit weiter – so wachsen auch ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten. Um ihrer Motivation Raum zu geben, können kleine Aufgaben wie diese an sie delegiert werden: Das Mise-en-place in der Küche oder im Restaurant ist eine wichtige Grundlage für das reibungslose Arbeiten in diesen Bereichen. Das gesamte Team muss sich darauf verlassen könne, dass alle Arbeitsmittel am richtigen Platz in ausreichender Anzahl vorhanden sind.

Fazit: Wenn alle Mitarbeiter in ihrem Job wollen, können und dürfen, sind die besten Voraussetzungen geschaffen, damit es wie am Schnürchen laufen kann.

 
Über unsere Autoren
Astrid Nogaitzig

Durch ihre jahrelangen Erfahrungen im Hotel- und Gaststättengewerbe bringt Astrid Nogaitzig das ideale Fachwissen mit, um ihre Seminare und Coachings praxisbezogen zu gestalten. Seit über 25 Jahren in der Branche tätig, bildet sich die ausgebildete Hotelfachfrau auch privat ständig weiter. Neben ihrem Abschluss als "Systematischer Business Coach" erlangte die Betriebswirtin Zertifikate in Psychologie und Journalismus.