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CHEFS Inspiration Genusswelt Gerichte mit Geschichte Kartoffelsalat
Das Lieblingsgericht der Deutschen

Kartoffelsalat im Glas

Egal ob Kartoffelsalat, Erdäpfelsalat oder Härdöpfelsalat: Salat aus Kartoffeln ist eines der beliebtesten Gerichte der Deutschen. Traditionell kommt er an Weihnachten bei vielen deutschen Familien, übrigens auch in Tschechien, auf den Tisch. Aber er ist auch bei jeglichen anderen Festen, wie z.B. Grillpartys, gern gesehen. Der Verzehr von dem herzhaften Salat reicht von Deutschland über Böhmen bis nach Kroatien, weshalb es kein einheitliches Rezept gibt.

 
Kartoffelsalat

Mit oder ohne Mayo?

Allein in Deutschland gibt es aufgrund von unterschiedlichen Vorlieben und Familientraditionen je nach Region zahlreiche Varianten. Aus diesem Grund existiert nicht nur ein Kartoffelsalat-Rezept. Grundsätzlich bereitet man den Kartoffelsalat im Norden Deutschlands mit Mayonnaise zu und im Süden verwendet man Brühe, Essig und Öl. Klar ist, dass das Gericht hauptsächlich aus Kartoffeln besteht. Je nach Vorliebe kann man Zutaten, wie Zwiebeln, Gurke, Speck, Äpfel oder Ei hinzugeben. Die Italiener verwenden gerne Rucola und die Schweden peppen ihren Kartoffelsalat mit Lachs und Dill auf.

Kartoffelsalat

Wer hat ihn erfunden?

Woher der Kartoffelsalat eigentlich kommt, ist unbekannt. Vermutlich wurde er außerhalb von Europa erfunden, da die Kartoffel erst im 16. Jahrhundert von Südamerika nach Europa gebracht wurde. Das älteste bekannte Rezept stammt aus dem Werk „The Herball or Generall Historie of Plantes“ aus dem Jahr 1597. Geschrieben hat es der englische Botaniker John Gerard. Deutsche Kartoffelsalat-Rezepte tauchten erst um 1800 auf – jedoch in warmer Variante und mit Mayonnaise. Fast jedes Land hatte Ende des Jahrhunderts seine eigene Kartoffelsalat-Variante mit Vinaigrette. Heutzutage hat so gut wie jede Familie ihr eigenes Rezept.

Kartoffelsalat mit Würstchen

Eine Weihnachtstradition

Ein Drittel der Deutschen essen Kartoffelsalat mit Würstchen an Heiligabend, aber warum eigentlich?

Diese Tradition hat sich vermutlich durch eine frühere zweite Fastenzeit verbreitet. Die zweite Fastenzeit begann Mitte November und endete mit dem ersten Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember. Da man für den nächsten Tag und das dazugehörige Festmahl sparen musste, eignete sich der Kartoffelsalat als Abendbrot für den 24. Dezember. Die Zutaten waren günstig und man konnte ihn schon am Vortag zubereiten. Letzteres ist immer noch ein wichtiger Grund heutzutage, warum viele Familien Kartoffelsalat mit Würstchen an Heiligabend essen. Man hat ohnehin alle Hände voll zu tun, wie soll man sich da noch um ein aufwendiges Abendessen kümmern?