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Warenkunde

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Quitte

Quitten

Dt.: Quitte; engl.: quince; frz.: coing

Hart und holzig ist die Quitte in ihrem rohen Zustand. Doch kocht man sie mit Zucker, erhält man einen köstlichen Brotaufstrich. Aber auch als Alternative zum traditionellen Bratapfel macht sie sich nicht schlecht! 

Geschichte

Die Griechen brachten die Frucht bereits in der Antike nach Europa. Der „goldene Apfel“ war in ihrer Mythologie die Frucht der Liebesgöttin Aphrodite. Daher gilt die Quitte bis heute als ein Zeichen für Glück, Liebe und Fruchtbarkeit. Die Römer waren da ein wenig pragmatischer: Sie nutzten die wohlriechende Frucht unter anderem als dekorativen Raumerfrischer. Spätestens im viktorianischen England wurde die Symbolkraft der Frucht jedoch wiederentdeckt: Überreichte man der Angebeteten eine Schachtel Quittenkonfekt, so hegte man als Jüngling ernsthafte Heiratsabsichten.

Auch Heilkundige wussten die Quitte seit jeher zu schätzen. Ihnen galt die Frucht als „Apotheke für die armen Leute“. Der griechische Arzt Hippokrates beispielsweise nutzte sie gegen Durchfall und Fieber. Hildegard von Bingen pries sie als wirksames Mittel gegen Gicht und Geschwüre.

Die Portugiesen schließlich konzentrierten sich vor allem auf die kulinarischen Qualitäten der Quitte: Sie kochten aus der „marmelo“ einen süßen Brotaufstrich – und gaben damit auch unseren heutigen Marmeladen ihren Namen. Da sie roh ungenießbar ist, wurde die Quitte im 20. Jahrhundert zunehmend von Apfel und Birne aus dem Obstkorb verdrängt. Doch seit einigen Jahren feiert sie ihr köstliches Comeback. 

Herkunft

Ursprünglich stammt die Quitte vermutlich aus Südostasien. Zu den Hauptanbaugebieten zählen heute unter anderem Südwestasien und Südeuropa. Weltweit gilt die Türkei als größter Anbauer. 

Saison

Von September bis November findet man Quitten auf dem Markt. 

Familie & Arten

Die Quitte gehört zu den Rosengewächsen. Sie wird auch Baumwollapfel, Schmeckbirne oder Kütte genannt. Ihr wissenschaftlicher Name ist Cydonia oblonga. 

Merkmale

Der Quittenbaum wird 3–6 m hoch. Er blüht im Mai und Juni mit großen, weißen bis zartrosa Blüten. Ab September verfärben sich die Früchte zu einem leuchtenden Gelb und verströmen einen intensiven Duft. Quitten können über 1 kg schwer werden und haben eine hellgelbe bis dunkelgelbe Schale. Diese ist ebenso wie das Fruchtfleisch sehr hart.

Quitten werden vor ihrer vollen Reife geerntet. So enthalten sie noch viel Pektin, das bei der späteren Verarbeitung für den Gelier-Effekt sorgt. Das Bundessortenamt unterteilt die Frucht in fünf Typen. Landläufig unterscheidet man jedoch häufig nur zwischen der Birnenquitte und der Apfelquitte. Diese haben nicht nur unterschiedliche Formen:

  • Birnenquitten sind weicher, haben weniger Steinzellen und schmecken milder. Sie lassen sich leichter verarbeiten.
  • Apfelquitten sind härter; sie haben ein trockenes Fruchtfleisch mit vielen Steinzellen. Dafür schmecken sie weitaus aromatischer.

 

Verwendung

Quitten haben ein intensives, herbsäuerliches und zitroniges Aroma. Ein dichter, öliger Flaum bedeckt die jungen Früchte. Da er Bitterstoffe enthält, muss er vor der Verarbeitung mit einem Tuch entfernt werden. Dann wird das Fleisch geschält, entkernt und klein geschnitten. Etwas Zitronensaft verhindert, dass es braun anläuft. Quitten können nicht roh gegessen werden – in diesem Zustand sind sie holzig und sauer. Eine Ausnahme bilden hier nur wenige der weltweit 200 Sorten.

Am besten eignen Quitten sich zum Kochen von Marmeladen, Säften, Kompott und Gelee. Dabei reicht meist normaler Haushaltszucker: Dank ihres hohen Pektingehalts kann man auf Gelierzucker verzichten.
Doch auch als aromatische Beilage zu Fleisch und Wild werden die Früchte immer beliebter. Mal als Mus oder Chutney, mal etwas säuerlicher – eingelegt in Essig und mit Gewürzen verfeinert.

Um die Weihnachtszeit lassen sich mit der Quitte traditionelle Rezepte interessant variieren: Wie wäre es denn mal mit einer Bratquitte aus dem Backofen? Mit ihrem intensiven Aroma taugt die Frucht zudem als alternative Füllung des festlichen Gänsebratens. In Spanien schätzt man zur Winterzeit vor allem das Quittenbrot. Der Name ist etwas irreführend, denn mit Brot hat die süße Leckerei nicht viel am Hut: Sie besteht aus mit Zucker eingedicktem Quittenmus. Als Fladen wird es im Ofen getrocknet und in Stücke geschnitten.

Auch die Alkoholindustrie hat die Frucht für sich entdeckt. Sie verarbeitet sie zu Schnaps und Likör. Ein Schuss Quittensaft im Sekt gibt diesem eine ganz besondere Note. 

Nährwerte

100 g Quitten enthalten 38 Kalorien, 0,4 g Eiweiß, 0,3 g Fett, 7,32 g Kohlenhydrate und 5,8 g Ballaststoffe. Die Quitte enthält reichlich Vitamin C. Dazu stecken Kalium, Zink und Eisen in der gelben Frucht. 

Lagerung & Aufbewahrung

Früchte, die kurz vor der vollen Reife geerntet werden, lassen sich 2 Monate lagern. Sie sollten kühl, luftig und trocken aufbewahrt werden. Man lagert sie getrennt von anderem Obst, das sonst ihr starkes Aroma annehmen würde. Sie sind reif, wenn sie eine leuchtend gelbe Farbe erreicht haben und aromatisch duften. Reife Früchte gehören in die Kühlung. Geschält, entkernt und blanchiert, halten sich Quittenstücke eingefroren ein halbes Jahr. 

Qualität & Einkauf

Beim Einkauf sollten die Quitten aromatisch duften und weich sein. Je weniger Flaum sie haben, desto reifer sind sie. Noch leicht unreife Früchte eignen sich zum Lagern. 

Gesundheit & Wirkung

Dank des hohen Anteils an Gerbstoffen wirken die Früchte leicht abführend. So bringen sie einen trägen Darm in Schwung. Ihr hoher Pektingehalt bindet zudem Giftstoffe; weitere Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend und antibiotisch.

Heilkundige schätzen vor allem die Quittenkerne. Ihre Schleimstoffe lindern Halsschmerzen und quälenden Hustenreiz: Bei Bedarf können sie wie Hustenbonbons gelutscht werden. Sie müssen jedoch im Ganzen verwendet werden. Zerstößt oder zerbeißt man die Samen, entweicht giftige Blausäure. Äußerlich angewendet, hilft der Schleim der Quittensamen bei Verbrennungen und Hämorrhoiden.