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CHEFS Stories Trends & Kreativität Flexitarisch essen

Flexitarismus – der Ernährungstrend 2026

Sie verzichten häufig auf Fisch und Fleisch – jedoch nicht immer: die Flexitarier. Sie sind Teilzeit‑ oder Gelegenheits‑Vegetarier oder verzehren vegane Gerichte. Das heißt, sie essen zwar generell Fleisch, tun das aber nicht täglich oder regelmäßig. Der „Flexitarismus“ gilt 2026 als einer der wichtigsten Ernährungstrends. Dabei liegt der Fokus auf frischen, pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten und Nüssen, während Fleisch und Fisch bewusst, hochwertig und nachhaltig ausgewählt werden. Flexitarismus steht damit für einen gesellschaftlichen Wandel: mehr Gesundheit, Nachhaltigkeit und selbstbestimmte Ernährung im Alltag. Wir zeigen Ihnen, worum es beim Trend geht und wie Sie ein entsprechendes Angebot in Ihren Betrieb integrieren können.

Woher kommt der Flexitarismus?

Der Name sagt eigentlich schon alles: flexibel + Vegetarier. Flexitarier essen überwiegend pflanzlich, verzichten aber nicht vollständig auf tierische Produkte. Viele greifen nur zwei- bis drei Mal pro Woche oder zu besonderen Anlässen zu Fleisch oder Fisch.

Ursprünglich stammt der Begriff aus den USA: 2003 wurde „flexitarian“ von der American Dialect Society zum nützlichsten Wort des Jahres gewählt. In Deutschland gehören laut dem Ernährungsreport 2025 des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat derzeit knapp 37 Prozent der Bevölkerung zu den Flexitariern. Dabei ernähren sich Frauen häufiger vegetarisch (neun Prozent) oder flexitarisch (43 Prozent) als Männer (vier Prozent bzw. 31 Prozent).

CHEFS CULINAR Flexitarier

Flexitarismus bietet zudem großes Potenzial: Im Trendreport Ernährung 2025 wird er von 82 % der Expert:innen als klar wachsender Ernährungstrend in Deutschland eingeschätzt. Dabei geht es nicht um strenge Verbote, sondern um einen entspannten Mix: viel Pflanzliches, kombiniert mit ab und zu einem Stück Fleisch oder Fisch – ein moderner, alltagstauglicher Ansatz, der Genuss und Nachhaltigkeit vereint.

Beweggründe für eine flexitarische Ernährung

Die Gründe, warum sich Menschen für eine flexitarische Ernährungsform entscheiden, sind vielfältig:

1. Nachhaltigkeit und Klima

Ein zentraler Beweggrund ist der Schutz unserer Umwelt. Wer weniger Fleisch oder tierische Produkte isst, schont Ressourcen und verringert den eigenen ökologischen Fußabdruck. Auch der geringere Anbau von weniger Futtermittel schafft mehr Ressourcen für den Anbau vegetarischer Lebensmittel, vermindert den Gülleeintrag auf die Felder und schont somit das Grundwasser.

2. Tierschutz

Viele Flexitarier wenden sich bewusst gegen Massentierhaltung. Sie essen Fleisch seltener, achten dafür auf Qualität, Herkunft und artgerechte Haltung. So wird der Konsum nicht nur gesünder, sondern auch ethisch verantwortungsvoller.

3. Gesundheitliche Vorteile

Für Flexitarier geht es beim Essen von weniger tierischen Produkten auch um ihre Gesundheit. Offiziell lässt sich zwar nicht genau sagen, wie stark Flexitarismus die Gesundheit beeinflusst, grundsätzlich kann aber ein achtsamer, pflanzenbetonter Lebensstil mit bewusstem Lebensmittelkonsum positiv auf den Körper wirken.

Eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Nüssen und Vollkornprodukten ist, liefert wichtige Ballaststoffe, ungesättigte Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe – alles Stoffe, die das Herz-Kreislauf-System unterstützen. Studien, wie die prospektive Beobachtungsstudie im American Journal of Clinical Nutrition, zeigen, dass Vegetarier häufig niedrigeren Blutdruck und gesündere Cholesterinwerte haben, was langfristig vor Herzinfarkten schützen kann (Deutsches Ärzteblatt). Auch wer einfach weniger Fleisch isst, kann ähnliche Vorteile erzielen – so berichten verschiedene Krankenkassen, darunter auch die DAK.

Zudem enthalten pflanzliche Lebensmittel Inhaltsstoffe, die nachweislich vor bestimmten Krebsarten schützen können. Besonders Ballaststoffe helfen, die Darmschleimhaut gesund zu halten und das Risiko für Darmkrebs zu senken. Das bestätigen der Krebsinformationsdienst (DKFZ) und die Deutsche Krebshilfe.

4. Bewusstes Genießen

Für Flexitarier ist Ernährung mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Sie wählen Lebensmittel bewusst aus, achten auf Regionalität, saisonale Produkte und Qualität. Essen wird so wieder zu einem bewussten Genuss, ohne dass auf Fleisch völlig verzichtet werden muss.

Speisenangebot umstellen auf Flexitarier

So können Sie das Speisenangebot in Ihrem Betrieb flexitarisieren

Flexitarische Angebote lassen sich hervorragend in bestehende Gastronomiekonzepte integrieren, weil sie keine radikalen Umstellungen verlangen. „Beim Flexitarismus geht es nicht darum, Fleisch oder Fisch zu verbannen, sondern sie bewusst und in kleineren Mengen einzusetzen. Pflanzliche Komponenten bilden die Grundlage, tierische Produkte setzen gezielte Akzente“, erklärt Martina Walter-Kunkel, Ernährungsexpertin bei CHEFS VALUE.

Dieser Ansatz eröffnet neue kreative Möglichkeiten in der Küche. Klassische Gerichte lassen sich so weiterdenken: Ein Braten wird nicht durch ein Ersatzprodukt ausgetauscht, sondern beispielsweise um eine Nuss-Pilz-Braten-Variation ergänzt. Ebenso kann eine Spaghetti-Bolognese weiterhin serviert werden, während zusätzlich eine Pilz-Bolognese auf der Karte steht. So können die Gäste selbst entscheiden, ob sie die pflanzliche Alternative probieren oder Fleisch oder Fisch wählen möchten – eine bewusste Vielfalt, kein Verzicht.

Wenn tierische Produkte auf der Karte stehen, dann spielt außerdem Transparenz eine zentrale Rolle. Wer offen kommuniziert, woher die Produkte stammen und welche Qualitätskriterien bei der Auswahl gelten, schafft Vertrauen. Hinweise auf Regionalität, Saisonalität oder nachhaltige Produktion machen die Speisekarte nachvollziehbar und unterstreichen den Anspruch an Qualität und Verantwortung. Gäste erkennen sofort, welche Gerichte bewusst produziert wurden, und können ihre Wahl mit gutem Gefühl treffen.

Eine weitere Möglichkeit, den Flexitarismus in den Betrieb zu integrieren, ist die modulare Gestaltung der Gerichte. Ideal sind Speisen, die auf pflanzlichen Lebensmitteln basieren und bei denen Fleisch oder Fisch optional dazu bestellt werden kann. So kann jeder Gast selbst entscheiden, ob er das Gericht komplett vegetarisch genießen möchte oder eine Portion Fleisch, Fisch, ein Milchprodukt oder eine vegane Option ergänzt. Das schafft Flexibilität und nimmt den Druck, sich strikt an eine Ernährungsweise halten zu müssen. Bowls, Gemüsepfannen, Aufläufe oder Salate lassen sich besonders leicht anpassen und bieten Platz für saisonale Specials oder kreative Kombinationen.

Martina Walter-Kunkel

Expertin Walter-Kunkel ergänzt: „Meine Empfehlung ist, auf die Speisekarte ein oder zwei spannende flexitarische Gerichte zu setzen. Oder Sie bieten eine eigene flexitarische Wochenkarte an. So wird der Trend für die Gäste sichtbar, Sie probieren Neues aus und die Küche bleibt kreativ, abwechslungsreich und zukunftsorientiert.“

Auf diese Weise wird Flexitarismus nicht zu einem Verzicht, sondern zu einem bewussten, genussvollen Erlebnis für Gäste wie für Betriebe – und Sie decken zugleich alle Ernährungsvorlieben ab.