Wie Sie den alljährlichen Vorsatz aufgreifen können
Der Jahresbeginn ist traditionell die Zeit der guten Vorsätze – und kaum einer taucht so zuverlässig auf wie der Wunsch nach einer gesünderen Ernährung. Kein Wunder: Nach den Festtagen voller üppiger Menüs und süßer Versuchungen wächst bei vielen das Bedürfnis, wieder bewusster zu genießen.
Dass das Thema auch weit über den Jahresstart hinaus wichtig ist, zeigt der BMLEH-Ernährungsreport 2025. 90 Prozent der Befragten ab 14 Jahren in Deutschland halten eine ausgewogene Ernährung für wichtig bis sehr wichtig. Damit ist sie seit über einem Jahrzehnt der zweitwichtigste Faktor direkt nach „gut schmecken“ – ein deutlicher Hinweis darauf, wie fest das Bedürfnis nach gesunder Ernährung im Alltag verankert ist.
Für Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung ist das die ideale Chance, diese Nachfrage aufzugreifen und damit gleichzeitig neue Umsatzpotenziale zu nutzen. Wir zeigen, wie Betriebe mit kreativen Aktionen, modernen Konzepten und frischen Ideen die Gesundheitsvorsätze ihrer Gäste in genussvolle Erlebnisse verwandeln.
Gesunde Speisen als Wettbewerbsvorteil
Immer mehr Gäste achten auf das, was auf ihrem Teller landet. Sie wollen nicht nur satt werden, sondern sich dabei auch gut fühlen – körperlich wie mental. „Wer heute auf die Ernährungswünsche seiner Gäste eingeht, investiert nicht nur in ein besseres Produkterlebnis, sondern stärkt langfristig seine Marktposition“, weiß unser Wirtschaftlichkeitsexperte Hans Van den Houdt. Für Küchenprofis und Verpflegungsbetriebe bedeutet das: Wer gesundes Essen attraktiv präsentiert, kann neue Gäste gewinnen, Stammkunden binden und sich gleichzeitig als verantwortungsvoller Betrieb positionieren. „Gesunde Ernährung muss kein radikaler Konzeptwechsel sein – oft genügen kleine Aktionen, die sich an das eigene Betriebskonzept adaptieren lassen“, so der Experte.
So gelingt die Umsetzung im Betrieb:
- „Gesund ins neue Jahr“-Wochen: Ein tägliches Aktionsgericht oder eine eigene Aktionskarte, die leichte Gerichte in den Fokus rückt, ermöglicht Ihren Gästen einen genussvollen, gesunden Jahresstart.
- Kennzeichnungssysteme & Nährwertangaben: Labels wie „fit & leicht“, „vegan“ oder „low carb“ erleichtern die Auswahl. Konkrete Nährwertinfos schaffen zusätzlich Transparenz.
- Selbstbedienungsangebote: SB-Stationen mit frischen, nährstoffreichen Komponenten ermöglichen individuelle, gesunde Mahlzeiten – ohne zusätzlichen Personalbedarf.
Aber was heißt eigentlich genau „gesunde Ernährung“?
Laut unserer Ernährungsexpertin Nadja Seyfried Folgendes: „Ich würde ein Gericht als "gesund" beschreiben, wenn es den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt“. Dazu gehört ihr zufolge:
- eine Proteinquelle für Muskeln und Zellen,
- eine Fettquelle mit vor allem ungesättigten Fettsäuren für Herz und Gehirn,
- eine Kohlenhydratquelle für Energie sowie
- eine Portion Obst und Gemüse für Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe, die Stoffwechsel und Immunsystem unterstützen.
Gut zu wissen: Gesunde Ernährung heißt auch nicht automatisch kalorienarm. Nüsse liefern viele Kalorien, sind aber reich an wertvollen Fetten, Proteinen und Mikronährstoffen. „Entscheidend ist das richtige Maß. Nehmen Sie sich einfach von jeder Nährstoffquelle eine Handvoll eines Lebensmittels, das diesen Nährstoff liefert, und zaubern Sie mit diesen Bausteinen ein Gericht“, rät die Expertin.
Wie können Gastronomien langfristig Anreize schaffen, sich gesund zu ernähren?
„Gesund muss Spaß machen und schmecken, sonst hält man es langfristig nicht durch“, betont Nadja Seyfried. Ein gesundes Frühstück bedeutet also zum Beispiel nicht nur „Magerquark mit Beeren“. Es kann auch Kokosraspel, Vanillearoma, Zimt, abwechselnd Vollfettquark oder Sojajoghurt, Nussmus, selbstgemachtes Granola und untergehobene zuckerreduzierte Marmelade enthalten.
Wie kann ich gesunde Ernährung auf meine Speisekarte bringen?
„Wer gesunde Gerichte kreativ ins Angebot integriert, steigert nicht nur die Attraktivität seines Speiseplans, sondern auch die Wirtschaftlichkeit des gesamten F&B-Konzepts“, betont Hans Van den Houdt. Gesunde (Zusatz-)Angebote lassen sich dabei flexibel in unterschiedlichste Verpflegungsarten und -konzepte integrieren. „Vom Frühstücksbuffet im Hotel über das Vorspeisenangebot im veganen Bistro bis hin zur Kantinenverpflegung am Morgen oder Mittag – die Möglichkeiten sind vielfältig und an die jeweiligen Anforderungen adaptierbar“, so der Experte.
Folgende Ideen bieten sich an:
- „Breads“ im Baukastenprinzip: Brotscheiben mit verschiedenen Belägen – flexibel anpassbar an verschiedene Restauranttypen und ideal für To-go oder den schnellen Lunch.
- Salat- und Bowlbars: Gäste stellen sich ihr Gericht selbst aus verschiedenen Komponenten zusammen
- Vegetarische und vegane Gerichte mit Fokus: Linsen, Bohnen, Tofu oder moderne Fleischalternativen bieten wertvolle Nährstoffe und sprechen eine stetig wachsende Zielgruppe an
- Kreative Suppen mit optionalen Toppings: Perfekt für die Mittagspause und am Abend sind Basis-Suppen, die mit Proteinen, Körnern, Kräutern oder Gemüsechips individuell verfeinert werden können
- Smoothies, hausgemachte Erfrischer und alkoholfreie Drinks: Vitaminreiche, leichte Getränkeoptionen überzeugen als hauseigene Kompositionen mit individuellem Charakter
- Porridge und Frühstücksbowls mit Granola: Als nährstoffreiche Frühstücksoption sind sie wärmend, sättigend und vielseitig kombinierbar.
- Ei-Variationen: Ob Omelette, Rührei, Shakshuka oder pochiert – Ei-Gerichte eignen sich bestens für proteinreiche, leichte Mahlzeiten.
- Gesunde Desserts: Bananenbrot oder selbstgemachte Chiapuddings bieten Genuss ohne übermäßigen Zucker.
Best Practice: Die MYOKRAFTBAR – gesunde Power für den Alltag
Ein richtig gutes Beispiel dafür, dass „gesund“ in der Gastro nicht nach Verzicht schmecken muss, ist die MYOKRAFTBAR in Nordrhein-Westfalen. Hier wird nicht belehrt, sondern serviert – und zwar so, dass es in den Alltag passt und trotzdem nach „Das nehme ich wieder“ schmeckt. Entstanden ist die Bar als kulinarische Ergänzung zu MYOKRAFT, dem Therapie- und Trainingszentrum von Nick Bol und seinem Vater Michael (beide Physiotherapeuten). Denn wer Gesundheit ganzheitlich denkt, erkennt schnell: Training allein greift zu kurz. Also hat Nick Bol gemeinsam mit Ernährungsberaterin Kim Willems 2025 direkt gegenüber die MYOKRAFTBAR eröffnet – ein Ort, an dem Fitness, Gesundheit und Ernährung schlüssig zusammenfinden.
Auf der Karte stehen Bowls, Wraps, belegte Brote und Eierspeisen – frisch zubereitet, mit viel Protein, guten Fetten und ausgewogenen Kohlenhydraten. Das Extra an Transparenz gibt’s gleich dazu: Zu jedem Gericht und Getränk sind Kalorien, Makronährstoffe sowie Allergene und Zusatzstoffe ausgewiesen. Heißt: Wer’s genau wissen will, kann rechnen – wer nicht, kann einfach genießen. Und Genuss ist hier ausdrücklich erlaubt: „Sich gesund zu ernähren, heißt nicht, auf Genuss verzichten zu müssen“, betont Nick Bol. Bestes Beispiel: Süßes hat ebenfalls seinen Platz auf der Karte – und ausgerechnet die Protein-Pancakes sind der Publikumsliebling. Kim Willems bringt es auf den Punkt: „Sie sind zuckerfrei, proteinreich und vegan – das ist ein süßer, aber zugleich gesunder Genuss.“
Sie möchten das Konzept hinter der MYOKRAFTBAR genauer kennenlernen? Dann schauen Sie sich unser Instagram-Reel an – dort nehmen wir Sie direkt mit in den Betrieb. Hier entlang
Auf einen Blick: Gästevorsätze zu gesunder Ernährung aufgreifen
- Gäste wünschen sich insbesondere zu Jahresbeginn ein gesundes Ernährungsangebot.
- Pflanzliche Lebensmittel, Balance, Genuss und Nährstoffdichte machen zusammen eine gesunde Ernährung aus.
- Motivieren Sie Ihre Gäste, indem Sie zeigen: Gesunde Ernährung ist keine Diät, sondern ein Lebensstil, der dauerhaft auch mit kleinen Naschereien funktioniert.
- Themenwochen, kreative Konzepte oder pflanzliche Specials treffen den Nerv der Zeit.
- Klare Kennzeichnungen helfen Gästen bei der Orientierung.
- Wer gesunde Ernährung attraktiv präsentiert, kann neue Gäste gewinnen, Stammkunden halten und sich als moderner, verantwortungsvoller Gastgeber präsentieren.