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Mangold

Mangold

Dt.: Mangold; engl.: chard/leaf beet; frz.: bette/blette

Wahrscheinlich ist es nicht einmal Popeyes Schuld. Dennoch spielte Mangold nach dem Spinat lange Zeit die zweite Geige. Zu schade, denn das würzige Blattgemüse zeigt sich ähnlich vielseitig wie sein bekannter Kollege. Höchste Zeit also, dass auch der Mangold in der Küche mal den Takt angeben darf!

Geschichte

In seiner Ur-Variante wuchs Mangold – oder vielmehr die wilde Rübe, von der er abstammt – schon im Altertum rund um das Mittelmeer. Wahrscheinlich waren es die Römer, die das Blattgemüse als solches in unseren Breitengraden bekannt machten. Bis zum 18. Jahrhundert fand man es jedenfalls noch häufig in unseren Kochtöpfen.

Lange Zeit gehörte Mangold sogar zu den beliebtesten Gemüsesorten der Deutschen! Dann jedoch verdrängte der feinere Spinat das würzige Lebensmittel. Zum Teil sicherlich auch deshalb, weil Popeyes Lieblingsspeise lange – vielleicht auch ein bisschen zu stark – als Fitmacher gepriesen wurde. Doch zur Freude der Feinschmecker erlebt Mangold in den letzten Jahren eine kulinarische Wiedergeburt.

Herkunft

Die Heimat des Blattgemüses liegt in Vorderasien und im östlichen Mittelmeerraum. Die Ware, die auf dem deutschen Markt angeboten wird, stammt meist aus Italien.

Saison

Die Hochsaison des Mangolds dauert von Juni bis August. Doch junge Blätter sind bereits im Frühjahr erhältlich. Manchmal haben Fans auch im Frühherbst noch Glück – und werden auf dem Wochenmarkt fündig.

Familie & Arten

Mangold gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen. Kaum zu glauben: Aber botanisch gesehen ist er eine Rübe! Damit ist Mangold beispielsweise mit der Roten Bete verwandt. Allerdings interessieren sich Feinschmecker nicht für die Wurzel des Mangolds – seine Blätter und Stiele haben es ihnen angetan. Häufig wird Mangold auch Stielmus genannt.

Merkmale

Mangold ist eine zweijährige Pflanze. Die zwittrigen Blüten haben einen grünlichen Ton. Obwohl Mangold zu den Rüben gehört, hat er eine lange, tiefgehende Wurzel. Die Blätter werden bis zu 30 cm lang, ihre Struktur kann runzelig oder glatt sein. Von gelb bis dunkelgrün reicht ihr Farbspektrum. Der Ton der Stiele variiert von weiß bis hin zu rot. Es gibt zwei verschiedene Kulturformen:

  • Blattmangold wird auch Schnittmangold, Beißkohl oder Römischer Kohl genannt. Seine dunkelgrünen Blätter sind kleiner, die Stiele schmaler als beim Rippenmangold.
  • Den Stielmangold, auch Rippenmangold und Krautstiel genannt, findet man im deutschen Handel am häufigsten. Man erkennt ihn in erster Linie an den dicken Mittelrippen. Charakteristisch sind zudem die schmalen Blätter und die fleischigen Stiele. Diese können eine weiße oder rötliche Tönung aufweisen. Der Geschmack der Stiele erinnert an Spargel und kann wie solcher zubereitet werden. Daher wird Stielmangold häufig auch liebevoll als „Spargel des armen Mannes“ bezeichnet.
Verwendung

Der Geschmack des Mangolds erinnert an Spinat, ist jedoch aromatischer und würziger. Prinzipiell kann das Gemüse wie Blattspinat verwendet werden. Vorher sollte Mangold jedoch gründlich gewaschen werden. Denn in den Rillen der Blätter setzt sich häufig Sand fest. Beim Dünsten entwickelt der grüne Gaumenschmaus ein nussiges Aroma. Mit Knoblauch und Pinienkernen oder Sahne und Muskat verfeinert, eignet das Gemüse sich als delikate Beilage zu Fleisch und Fisch. Zusammen mit Schafskäse ergibt es eine köstliche Füllung für eine Quiche oder herzhafte Pfannkuchen. Auch Pasta harmoniert wundervoll mit den vielseitigen Blättern.

  • Die Blätter des Blattmangolds können samt Rippen gedünstet, gebacken oder gebraten werden. Größere Blätter lassen sich wie eine Kohlroulade füllen. Sehr junge, kleine Blätter schmecken auch roh und verfeinern Salate.
  • Beim Zubereiten des Stielmangolds gehören erst die Stiele, dann die Blätter in den Topf. Denn die Stiele benötigen eine Garzeit von rund 8 Minuten, während die Blätter schon in 5 Minuten weich sind. Bei großen Blättern sollte man die Stiele von unten her schälen. Sie können recht faserig sein.
  • Die Wurzel des Mangolds enthält viel Zucker. Um an ihre Süßkraft zu gelangen, wurde sie früher ausgekocht. Heute jedoch hat sie gegen die ertragreichere Zuckerrübe keine Chance mehr.
Nährwerte

100 g Mangold enthalten 25 Kalorien, 2,1 g Eiweiß, 0,3 g Fett, 2,9 g Kohlenhydrate und 2,6 g Ballaststoffe. Mangold enthält viel Vitamin K, das die Blutgerinnung unterstützt. Auch die Vitamine A und C, Folsäure, Eisen, Kalium und Magnesium finden sich in den grünen Blättern.

Lagerung & Aufbewahrung

Mangold sollte nach der Ernte so schnell wie möglich verarbeitet werden. Denn nach dem Pflücken machen die Blätter schnell schlapp. Ist das nicht möglich, kann Mangold in einem feuchten Tuch eingeschlagen bis zu 2 Tage gekühlt gelagert werden. Ein Schlaf im Eis schadet dem Blattgemüse nicht: Wird es zuvor blanchiert und abgeschreckt, kann es für einige Monate eingefroren werden.

Qualität & Einkauf

Die Blätter des Mangolds müssen prall und knackig aussehen. Sie sollten eine kräftige Farbe haben und dürfen nicht welk sein. Zu große Blätter lässt man besser liegen, da sie oft bitter schmecken. Auch am Stiel erkennt man frische Qualität: Er darf keine Flecken haben.

Gesundheit & Wirkung

Mangold gilt in der Naturheilkunde als wirksam gegen Unruhe und Nervosität. Auch ein träger Darm profitiert von einer Portion des grünen Blattgemüses. Zudem soll Mangold die Fettverdauung unterstützen und die Leber entlasten. Dank des Folsäure-Gehalts wird er gerne gegen Blutarmut empfohlen.

2 Dinge sollte man beim Genuss des Gemüses jedoch beachten: Wie Spinat enthält auch Mangold größere Mengen Oxalsäure. Nierenkranke genießen ihn daher besser nur selten. Zudem steckt im Mangold Nitrat, das bei längerem Warmhalten zu ungesunden Nitriten umgewandelt werden kann. Daher empfiehlt es sich, das Gemüse nach dem Zubereiten sofort zu servieren – und Reste schnell herunter zu kühlen.