Bestseller-Autor Frank Schätzing lädt beim Symposium 2026 zum Nachdenken ein
Die künstliche Intelligenz antwortet freundlich, verständnisvoll und oft erstaunlich präzise. Sie hört zu, hat immer Zeit und formuliert einfühlsam. Verständlich, dass viele Menschen sich mittlerweile gerne mit einer KI austauschen, Rat und manchmal mehr als das suchen: emotionale Nähe. Die Empathie der KI ist jedoch eine Illusion – davon ist Frank Schätzing überzeugt. Der internationale Bestseller-Autor beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit künstlicher Intelligenz und spricht beim diesjährigen CHEFS CULINAR Symposium mit dem Titel „Zukunftsoptimismus“.
Bedeutet das im Umkehrschluss, dass gerade menschennahe Arbeitsplätze doch nicht so leicht zu ersetzen sind?
KI und die neue Gestaltungsaufgabe
Für viele Branchen ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz vor allem eine Frage der Effizienz: Prozesse lassen sich automatisieren, Daten schneller auswerten, Entscheidungen besser vorbereiten. Auch die Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung hat diese Potenziale längst für sich entdeckt. Künstliche Intelligenz gepaart mit Robotik eröffnet darüber hinaus ganz neue Möglichkeiten. Genau hier entsteht eine Gestaltungsaufgabe, die für die Dienstleistungsbranche zentral ist.
Ein doppeltes Missverständnis
„Es sind keine Freunde, keine Mitmenschen, es sind Maschinen.“, so Schätzing im Interview mit Chefs Inspiration. Systeme wie Chatbots könnten Zugewandtheit simulieren, aber sie fühlten nichts. „Sie wissen nicht einmal, dass es sie gibt, geschweige denn entwickeln sie Mitgefühl.“ Er beschreibt darüber hinaus ein doppeltes Missverständnis: „Wir überschätzen ihre Zugewandtheit“, sagt er. „Wiederum unterschätzen wir, wie schnell KI und Robotik unsere Welt verändern werden.“
Wenn Effizienz alles ist, was bleibt dann noch übrig?
Gerade Entscheider in Dienstleistungsbranchen müssen sich folglich irgendwann die unbequeme Frage stellen: Wenn Technologie immer besser in der Simulation wird, worin liegt dann künftig der eigentliche Unterschied zwischen Mensch und Maschine? Im Kontakt mit dem Gast oder Patienten, im Umgang mit individuellen Bedürfnissen, in Momenten, die sich nicht standardisieren lassen? Effizienz lässt sich automatisieren. Aufmerksamkeit nicht. Ein Lächeln nicht. Ein Gespür für Situationen nicht.
Mensch oder Maschine – wer gestaltet die Zukunft?
Oder – noch nicht? „Ich denke, die Rasanz, mit der sich der maschinelle Geist entwickelt, schafft dafür einen Teil der Grundvoraussetzung.“, so Schätzing. Das klingt fast wie eine gutgemeinte Warnung. Vielleicht wird in Zukunft nicht der Betrieb erfolgreich sein, der die beste und meiste Technologie einsetzt, sondern der, der am besten versteht, wo Technologie aufhört und Menschlichkeit beginnt…
Mit diesem Spannungsfeld beschäftigt sich Frank Schätzing in seinem Gespräch mit Moderator Tom Hegermann auf dem CHEFS CULINAR Symposium am 20. Mai im World Conference Center Bonn. Unter dem Titel „Mensch oder Maschine – wer gestaltet die Zukunft?“ spricht er über Chancen, Risiken und die Balance zwischen technologischem Fortschritt und menschlichen Bedürfnissen.