Kantine der Zukunft
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CHEFS Stories Unternehmen & Branche Kantine der Zukunft

Kantine der Zukunft Beim Familienunternehmen Deichmann ist mit dem neuen Campus ein zukunftsweisender Ort für Gemeinschaftsverpflegung entstanden

Wenn es um Mode geht, denken die wenigsten Menschen zuerst an Essen. Eher an Mailand oder Paris, Berlin oder London – doch Europas größter Schuheinzelhändler hat seinen Sitz tatsächlich in der Essener Aktienstraße. Von hier aus steuert ein deutsches Familienunternehmen, wie 180 Millionen Paar Schuhe über diverse Ladentische gehen. Rund 50 000 Mitarbeiter sind weltweit im Einsatz und bringen es mit 4 700 Filialen (darunter Deichmann und Snipes) sowie diversen Onlinekanälen auf fast neun Milliarden Euro Umsatz. Ein beeindruckender Erfolg für eine Familie, deren Namen wohl jeder kennt – aber kaum jemand ihre Geschichte ...

Heinrich Deichmann

Gegen alle Widerstände

Alles beginnt 1913 im Arbeiterbezirk Essen-Borbeck, wo Heinrich Deichmann einen kleinen Schusterladen eröffnet. Die ersten Jahrzehnte sind geprägt von den politischen und wirtschaftlichen Umbrüchen der Zeit – von den Herausforderungen der Weimarer Republik bis hin zu den Jahren des Zweiten Weltkriegs. 1940 stirbt der Firmengrüner – mit gerade 52 Jahren. Seine Frau Julie führt den Laden weiter, unterstützt von ihrem Sohn Heinz-Horst Deichmann, der mit seinen gerade einmal 14 Jahren morgens in die Schule geht und nachmittags im Geschäft aushilft. Mutter und Sohn bringen den Laden durch die Kriegsjahre, ehe Heinz-Horst Deichmann Medizin und Theologie studieren kann.

Mehr zur Geschichte...

Als Dr. Heinz-Horst Deichmann im Jahr 1956 seine Tätigkeit als Arzt beendet und sich vollständig dem Unternehmen widmet, ist Deichmann bereits auf Wachstumskurs. Erste Filialen in Düsseldorf und Oberhausen markieren den Beginn einer erfolgreichen Expansion. Von Beginn an steht dabei der Anspruch im Mittelpunkt, eine breite Bevölkerungsschicht mit guten und bezahlbaren Schuhen zu versorgen. Mit dem wirtschaftlichen Erfolg im Rücken wird man auch auf einem anderen Gebiet aktiv: in Indien startet Deichmann das christliche Hilfsprojekt Wortundtat und baut Krankenhäuser auf. 

Heute führt Heinrich Deichmann die Firma. Der 1962 geborene Enkel des Gründers tritt 1989 ins Unternehmen ein. Mit ihm wird Deichmann zum Marktführer in Europa, in in 36 Ländern vertreten, doch nach wie vor ist Deichmann ein Familienunternehmen, das Wert auf Wachstum aus eigener Kraft legt und auf soziales Engagement. In Tansania, in Moldau, im Dortmunder Norden: Die Deichmanns engagieren sich im Geist des Soziologen Max Weber und seiner protestantischen Ethik als Begleiter eines menschenfreundlichen Kapitalismus. Kein Wunder, dass das Handelsblatt über Heinrich Deichmann einst titelte: „Wie die Bibel den Schuhgroßhändler leitet." 

Der nächste große Schritt

Anfang des Jahres hat Deichmann das nächste große Kapitel seiner Erfolgsgeschichte geschrieben: Der Deichmann-Campus bietet mit 230 physischen Arbeitsplätzen im neuen Hauptgebäude Raum für insgesamt 1 000 ergonomische Arbeitsplätze. Ein Leuchtturmprojekt. Ein Symbol der Zuversicht und eine Liebeserklärung an die Mitarbeiter. Deichmann selbst drückt es nüchterner aus: „Der Neubau ist Ausdruck unserer positiven Entwicklung und ein nachhaltiges Bekenntnis zu unserem Heimatstandort Essen. Wir investieren in die Zukunftsfähigkeit unseres Familienunternehmens und schaffen inspirierende Arbeitswelten für unsere Belegschaft."

Artrium Deichmann

Modern und international

Ein lichtdurchflutetes Atriumgebäude mit fünf Geschossen bildet das repräsentative Entree des Campus. Es steht für Modernität, Internationalität und hohe Aufenthaltsqualität – verbunden mit einem nachhaltigen Energiekonzept aus Photovoltaik, Geothermie und Dachbegrünung. Zur Eröffnung kam Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst und zeigte sich beeindruckt von den Räumlichkeiten und dem kulinarischen Konzept vor Ort. Diese Kantine – die architektonisch so wundervoll aus dem Rahmen fällt, weil sie sich bäuchlings aus dem Schaukasten-Raster der Fassade heraus in Richtung Grünanlage streckt – macht deutlich, wie wichtig dem Familienunternehmen das Wohlergehen der Mitarbeiter ist und dass man in Essen weiß, was Essen kann. 

Deichmann Campus Salattheke

Handgemacht und gesund

Die Kantine auf dem neuen Campus ist gemeinsam mit angrenzenden Flächen flexibel für Inhouse-Veranstaltungen nutzbar und bietet ausreichend Raum für große Events. An zwei großen Warm-Ausgabe-Countern gibt es täglich frische Küche. Dazu erfreuen sich sie Mitarbeiter Tag für Tag an einer großen Salat-Insel und einer Bistro-Insel mit Smoothie-Bar. Am Nachmittag gibt es hier Kaffee und Kuchen oder kleine Snacks, und durch die hochwertige Möblierung mit modernen Möbeln, schönem Holz und viel Grün entsteht eine sehr behagliche Atmosphäre. In den Sommermonaten erweitert ein Outdoor-Bereich mit zusätzlichen Sitzmöglichkeiten das Angebot und lädt zum Verweilen im Freien ein. Ein Betriebsrestaurant eben, keine Kantine, die nur der Essensausgabe dient. In der Vorbereitungsküche steht daher sogar eine große Kartoffelschälmaschine, so dass man auf Erdäpfel aus dem Vakuumbeutel verzichten kann.   

Deichmann Campus Food

Optimale Arbeitsbedingungen

Mehr im Fokus der Gäste dürfte der große Pizzaofen stehen, die frisch belegten Brötchen fürs Frühstück und der hausgemacht Kuchen, weiß Projektleiter Sven Overdiek von CHEFS CULINAR Großküchentechnik, der mit seinem Team dafür gesorgt hat, dass die Mitarbeiter der Küche optimale Arbeitsbedingungen vorfinden. „Dass sich unsere Mitarbeiter wohlfühlen, ist uns ganz wichtig", sagt dazu Küchenleiter Benjamin Otremba, der die von CHEFS CULINAR gebaute Küche gemeinsam mit den Planern von PCG konzipiert hat. Das Herzstück der Küche ist der Flexichef von MKN, der sowohl als große Bratpfanne wie als großer Schnellkochkessel zum Einsatz kommt.

Dass man bei Deichmann groß denkt, zeigt sich auch an der Großfritteuse mit ihren 115 Litern Ölvolumen. Um den Mitarbeitenden vor Ort in der Küche (durch die Bank Fachkräfte) die Arbeit zu vereinfachen, fährt der Frittierkorb automatisch nach oben und lässt die knusprigen Pommes in einen dafür vorgesehenen Wagen rutschen. Keine halben Sachen – der neue Deichmann-Campus ist auch in den Details ein nachhaltiges Bekenntnis zum Standort und unterstreicht die langfristige Ausrichtiung des Unternehmens.