Ernährung

Nuss-Allergie? Das ist wichtig!

In der Weihnachtszeit ist Vorsicht geboten

Weihnachtsplätzchen werden oft mit Nüssen gebacken Bei Weihnachtsgebäck ist besondere Vorsicht geboten

In der Weihnachtszeit liegt der Duft nach frisch gebackenen Plätzchen und Stollen in der Luft. Aber nicht für jeden Ihrer Gäste ist die Freude grenzenlos. Für Nuss-Allergiker sind die Klassiker aus der Weihnachtsbäckerei unter Umständen hoch risikoreich. Betroffene wissen, dass schon kleinste Spuren des Allergens eine starke allergische Reaktion, eine sogenannte Anaphylaxie, auslösen können. Um sich und Ihr Personal in Bezug auf das Allergenmanagement insbesondere im Umgang mit Nüssen noch einmal auf den neuesten Stand zu bringen, haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengetragen.

Bei einer Nuss-Allergie gilt es Nüsse konsequent zu meiden Nüsse? Nein danke!

Was tun bei einer Nuss-Allergie?

Gäste, die an einer Nussallergie leiden, können ihre Allergie nur durch eine Karenz therapieren, was nichts anderes heißt, als dass das Allergen "Nuss" gemieden werden muss. Bei keinem anderen Allergieauslöser allerdings stellt sich diese Ernährung komplizierter dar. Nüsse werden als Zutaten in den unterschiedlichsten Lebensmitteln verarbeitet und können beispielsweise durch gemeinsam genutzte Produktionsanlagen in Lebensmittel gelangen, die eigentlich nussfrei hergestellt werden. Je nach Allergieform müssen einzelne Nuss-Sorten oder alle Nüsse gemieden werden. Aus allergologischer Sicht sind in Deutschland speziell die Haselnüsse als Allergene relevant.  

Haselnuss muss als Inhaltsstoff gekennzeichnet werden Überprüfen Sie Lebensmittel auf Nuss-Spuren

Augen auf beim Einkauf!

Seit 2011 müssen auch bei loser Ware die allergenen Zutaten gemäß LMIDV gekennzeichnet werden, somit auch die Haselnüsse. So weit, so gut und geregelt. Für empfindliche Haselnuss-Allergiker sind jedoch auch Spurenangaben wesentlich, hierzu gibt es keine gesetzliche Regelung bzw. Verpflichtung.

Manche Hersteller loben die Spurenkennzeichnung aus, mal differenziert, mal pauschalisiert. Hier lohnt es sich, bei bestimmten Backzutaten wie Schokolade oder Kakao, Streuseln, Mandeln und Krokant, Marzipan und Nougat sowie Kuvertüre beim Hersteller nachzufragen, inwieweit Spuren von Haselnüssen ausgeschlossen werden können. Weihnachtsmänner, Schokoladenriegel, Karamellbonbons, Pralinen und sonstige beliebte saisonale Produkte müssen immer hinsichtlich der Zutaten und Spuren überprüft werden.

Für Haselnuss-Allergiker gibt es auf dem Markt Alternativprodukte Nussfreie Produkte sind für Allergiker eine Alternative

Garantiert nussfreie Produkte

Spezielle Lebensmittel sind für den Haselnuss-Allergiker für seine tägliche Versorgung nicht unbedingt notwendig. Er kann meist auf eine Vielzahl von Ölsaaten zurückgreifen, die seine Nährstoffbilanz in der Waage halten, z. B. auf Walnüsse, Paranüsse und Kürbiskerne. Wer sich zu Weihnachten jedoch etwas Süßes – garantiert nussfrei – gönnen möchte, kann auch im Internet fündig werden. Unter folgenden Internetadressen findet man eine große und gut sortierte Auswahl an garantiert nussfreien Produkten:

Insbesondere für die Auswahl an nussfreien Süßwaren, Kuchen und Gebäck sind diese Plattformen eine gute Unterstützung.

Beim Blick auf die Preise der garantiert nussfreien Produkte sieht man folgendes: Eine 100-g-Tafel garantiert nussfreie Schokolade kostet zwischen 2,70 € und 4,99 € im Online-Shop. Ein Schokoladenaufstrich garantiert ohne Nüsse kostet zwischen 11,92 € und 14,20 € pro Kilo.

Hier wird deutlich, dass der Schokoladen-Genuss für den Haselnussallergiker ein deutlich teureres Vergnügen bedeutet.

Aprikosenkerne sind ein guter Haselnuss-Ersatz Aprikosenkerne eignen sich gut als Haselnuss-Ersatz

Haselnuss-Ersatz – nicht nur in der Weihnachtszeit

Als Haselnuss-Ersatz können die süßen Aprikosenkerne verwendet werden sowie Kürbiskerne, Quinoa, Sonnenblumenkerne, Amarant oder Kokosraspeln. Sehr gut geeignet ist die Erdmandel, die als Ersatz im Kuchen und Gebäck verwendet werden kann: zum Mehl einfach dazumischen und mit verarbeiten. Haferflocken oder Kokosraspeln können Sie außerdem anrösten und mit Zucker bestreuen – so entsteht ein köstlicher Nussersatz.

Übrigens können auch Mandeln unbedenklich von Haselnuss-Allergikern verzehrt werden. 

Die folgenden 2 Rezeptideen schmecken nicht nur Haselnuss-Allergikern!

Iris Hassel
Über unsere Autoren
Iris Lindemann

Iris Lindemann ist Beraterin mit Herz und Seele. Schon seit über 20 Jahren gehört sie zur CHEFS CULINAR Akademie und kennt sich bestens im Gebiet der Ernährung für Senioren und der Organisation in Pflegeheimen aus. Darüber hinaus gibt sie ihr Wissen in den Bereichen Kita- und Schulverpflegung, Allergien, Intoleranzen und Allergenmanagement weiter.