Rund ums Handwerk 

Das große Korkenziehen

So findet man den richtigen Korkenzieher

Wir klären über die verschiedenen Korkenzieher-Modelle auf
Bei der großen Auswahl an Korkenziehern ist es nicht immer leicht, den richtigen Öffnungsexperten zu finden. In der Gastronomie muss der Korkenzieher einen Spagat zwischen Schnelligkeit und Genauigkeit machen. Wir stellen einige Korkenzieher vor und erzählen einiges zur Geschichte der kleinen Helfer ...
Die verschiedenen Varianten eines Korkenziehers

Back to the roots: T-Korkenzieher

Beim T-Korkenzieher benötigt man Kraft

Der wohl bekannteste und vor allem auch älteste Korkenzieher ist der T-Korkenzieher. Zum Entkorken wird die Spindel in den Korken gedreht und lediglich mit Kraft heraus gezogen. Den T-Korkenzieher gibt es in vielen verschiedenen Varianten: mit Holzgriff, in Silber oder mit Griff aus Buchsbaum. Er ist sehr handlich, bruchsicher und preiswert. Trotzdem ist das Entkorken mit dem T-Korkenzieher ein echter Kraftakt. Deshalb sollte man diesen nie zur Öffnung am Tisch verwenden, denn die aufgewandte Kraft kann schon mal zum Überlaufen der Weinflasche führen.

Gastros Darling: Kellnermesser

Das Kellnermesser ist in der Gastronomie weit verbreitet

Dieser Korkenzieher ist in der Gastronomie am häufigsten vertreten, denn er ist praktisch und elegant. Er besteht aus einem kleinen Messer, einem Hebel und einer Spindel. Zuerst wird die Kapsel am Flaschenhals mit dem kleinen Messer entfernt. Um die Flasche zu entkorken, muss die Spindel in einem kleinen Winkel in der Mitte des Korkens platziert werden. Während die Spindel in den Korken gedreht wird, richtet man sie gerade auf. So kann man sich sicher sein, dass die Spindel während des Drehens in der Mitte des Korkens bleibt. Danach so lange drehen, bis der Hebel am Flaschenhals abgesetzt werden kann. Durch die Hebelwirkung wird die Entkorkung perfekt. Die Vorteile sind vor allem die gleichmäßige Zugkraft, die optimal ausbalancierte Hebelwirkung und die saubere Entkorkung. 

Fest verankert: Tischkorkenzieher

Tisch-Korkenzieher befestigt man an einem Tisch

Dieser Korkenzieher wird – wie der Name schon sagt – an einem Tisch fest geschraubt. Zum Öffnen der Flasche wird die Spindel gegen den Korken gedrückt und der Hebel nach vorne bewegt. Dadurch dreht sich die Spindel in den Korken. Indem man den Hebel zurücklegt, wird der Korken aus der Flasche befördert. Der Tischkorkenzieher ist ein perfekter Partner, um viele Flaschen zu öffnen. Vorsicht: Durchbohrt der Tischkorkenzieher zu Beginn der Entkorkung den Korken, landen Korkenreste im Wein – und das möchte sicherlich niemand seinen Gästen zumuten.

Für ein stilles Händchen: Federzungen-Korkenzieher

Feder-Korkenzieher sind bei alten Weinen zu empfehlen

Bei Weinen, die mehrere Jahrzehnte gelagert wurden, kann es sein, dass die Korken weich und bröselig sind. Dafür eignet sich besonders gut der Federzungen-Korkenzieher. Um den Korken vollständig zu entfernen, werden die beiden Zungen zwischen den Korken und den Flaschenhals geschoben. Mit Schwingbewegungen wird der Korken dann vorsichtig aus der Flasche gezogen. Jedoch ist der Federzungen-Korkenzieher nur etwas für wahre Profis, denn es ist besonders viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Der Überflieger: Flügelkorkenzieher

Das weiträumig bekannte Modell Flügelkorkenzieher

Dieses Modell gehört zu den bekanntesten Korkenziehern. Es überzeugt durch eine einfache, kraftfreie Entkorkung. Hier kommt wieder die bekannte Hebelfunktion zum Einsatz: Dazu den Korkenzieher einfach auf den Flaschenhals setzen und die Spindel in den Korken drehen. Dabei bewegen sich die beiden Flügel an der Seite nach oben. Um den Korken dann komplett aus der Flasche zu ziehen, einfach die Flügel herunter drücken und der Korken wird mühelos aus der Flasche befördert.

Seit wann gibt es den Korkenzieher?

Korkenzieher gab es schon im 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert wurde nicht nur Wein, sondern beispielsweise auch Parfum, Kräuter und Gewürze in Flaschen gefüllt. Diese wurden mit einem Korken verschlossen. Doch war der Korken einmal in der Glasflasche, kam er so leicht nicht mehr heraus. Daher war schnell ein kleiner Helfer gefragt. 1795 wurde das erste Patent von Pfarrer Samuel Henshall aus Oxford angemeldet. Ein Korkenzieher in der Form von einem "T" war damals die Innovation und sollte die Lösung aller Probleme sein. Einmal auf dem Markt, wurde er immer weiter verändert und perfektioniert. Bis heute gibt es unzählige Arten von Korkenziehern – von groß bis klein, von teuer bis günstig.