16.05.2019

Kita- und Schulverpflegung

Wer sich nicht bewegt, bewegt nichts

Kinder sollen sich gesund ernähren – auch außer Haus Eine ausgewogene Verpflegung und gute Ernährungsbildung sind wichtige Bausteine der Gesundheitsförderung in Schule und Kita
Gerade Heranwachsende sollten sich gesund und ausgewogen ernähren – das würde wohl jeder so unterschreiben. Aber die Realität sieht meist anders aus: Wirft man einen Blick in die Mensen Deutschlands, sind oft viele leere Plätze zu sehen. Woran das liegt? "Zu wenig Abwechslung" oder "Schmeckt mir nicht" lauten die Antworten der jungen Gäste. Besonders während der Kindheit wird der Geschmack grundlegend geprägt – wer dann also keine Gemüsesorten oder Hülsenfrüchte wie Linsen oder Erbsen kennenlernt, wird sie auch im Erwachsenenalter nicht in seine tägliche Ernährung einbauen.

Trendthemen für den Unterricht

Besonders für Jugendliche ist der Aspekt der abwechslungsreichen Kost und Neuentdeckung ein wichtiges Thema. Spannend sind Themenwochen, in denen Gerichte angeboten werden, die zu bestimmten Kulturen passen. Wer sitzt da neben mir am Tisch und wie schmeckt „Heimat“ aus seiner/ihrer Sicht? So könnte man eine Europawoche oder kulinarische Weltreise anbieten und gemeinsam mit den Schülern gestalten. Auch eine saisonale Abwechslung kann interessant sein. Ein positiver Nebeneffekt: Solche Themenwochen und Thementage bieten die Grundlage für Gesprächsstoff und Stoff für fächerübergreifenden Unterricht.

Lunchbox

Abgrenzung

Ab einem bestimmten Alter haben Jugendliche den Wunsch, sich abzugrenzen, sich selbst zu (er-)finden und in ihrer Peergroup – also Clique – angesehen zu sein. Essen ist Teil der sozialen Anerkennung und manchmal auch ein Zeichen der deutlichen Abgrenzung. Junge Erwachsene bevorzugen Schnelles und Unkompliziertes, das man bestenfalls nebenbei verzehren kann.

Obstsalat für unterwegs

Immer unterwegs

Im Leben von Kindern und besonders Jugendlichen spielt sich immer mehr gleichzeitig ab: Das Handy klingelt, die Freunde warten oder der Sportkurs ruft. In der Freizeit und während der Schulpausen nehmen sie sich in der Folge oft kaum noch Zeit zum Essen. Hier kommen To-go-Gerichte und Snacks ins Spiel, die den Jugendlichen erlauben, überall mit dabei zu sein und gleichzeitig Energie und wichtige Nährstoffe aufzunehmen. Warum also nicht einen frischen Obstsalat im To-go-Becher oder gesunde Wraps in das Kiosk-Sortiment aufnehmen? 

Ausgabe in der Mensa

Mitbestimmung

Eine gesunde Ernährungsweise ist im Idealfall Teil der Erziehung. Kinder freuen sich, wenn sie ihr Menü selbst wählen dürfen. Auch wenn sie sich nur einzelne Komponenten eines Menüs aussuchen und sich so das eigene Gericht zusammenstellen können, gibt ihnen das ein Gefühl von Kontrolle und Selbstbestimmung. Eine Selbstbedienungsbar fördert bei den Kindern die Akzeptanz von gesundem Essen. Die Kinder bestimmen Portionsgröße und Zutatenauswahl, denn nur sie wissen, wie hungrig sie sind und was sie gerne mögen. 

Kinder am Obstbuffet

Gesund als günstigere Option?

Manchmal sind ungesunde Produkte tatsächlich die teurere Option: Das trifft z.B. auf frittierte Artikel zu. Wie viel Ersparnis hätten Sie, wenn Sie nicht mehr frittieren würden? Kein Öl mehr auswechseln müssten? Mehr frische Produkte zu kaufen hat mehrere Vorteile. Saisonale Lebensmittel sind häufig günstiger und haben mehr Geschmack.

Wieviel Bio passt in die Schulverpflegung?

Bei dem Wort „Bio“ verdrehen viele Küchenverantwortliche buchstäblich die Augen. Denn wie soll man bei den häufig geringen Budgets noch teure Bio-Produkte einkaufen? Erfahrungen zeigen, dass man schon mit geringem Kostenaufwand einen relativ hohen Bio-Anteil erreichen kann, wenn man nur einzelne Komponenten austauscht, ein Anfang ist oft leichter, als man denkt.