30.07.2021

Ein Winzer, drei Brenner, zwei Fässer

Rotwein und Whisky – eine Fusion, die es in sich hat!

Fusion No. 1 Ein aufregendes Projekt mit spannenden Typen: Fusion No. 1
Ein spannendes Experiment und ganz sicher keine Schnapsidee: unser Projekt Fusion No. 1. Man nehme das Fass eines prämierten kräftigen Rotweins, das Fass eines prämierten Whiskys, fülle das jeweils andere Produkt hinein und warte eine gewisse Zeit. Was kommt dabei heraus? Ganz sicher zwei unglaublich spannende und komplexe fusionierte Produkte.

Gemeinsam mit Winzer Christian Hirsch und den Jungs der Sauerländer Edelbrennerei wagen wir dieses Experiment und sind schon ganz gespannt auf die Ergebnisse – die aufgrund der Reifezeit allerdings erst in drei Jahren zu begutachten sein werden. Während des Projektes halten wir Sie immer wieder mit verschiedenen Themen auf dem Laufenden. Starten wollen wir, indem wir die Menschen hinter Fusion No. 1 vorstellen. Seien Sie gespannt auf außergewöhnliche Persönlichkeiten und ganz viel Leidenschaft. Vorhang auf!

Dummy In seinen Weinbergen fühlt er sich am wohlsten: Christian Hirsch

Christian Hirsch: "Württemberger Weine sind 'ne Bank!"

Regional verwurzelt, dabei modern und traditionell zugleich sowie selbstbewusst bis ins Glas – dafür stehen die Weine von Christian Hirsch. Aber wer ist eigentlich dieser Christian Hirsch aus Leingarten am Heuchelberg? Und was hebt ihn von anderen Winzern ab? Das Wichtigste: Er hat ein riesen Schwabenherz und ist mächtig stolz auf seine Weine. Den Familienbetrieb HirschWeine führt er bereits in dritter Generation. Lemberger und Trollinger  DIE typischen Weine der Region – haben ihn auf seinem Werdegang schon immer geprägt. Zu seinem württembergischen Heimatwein hat er eine eindeutige Meinung: "Lemberger ist eine Waffe."

Regionalität und Verwurzelung – schön und gut. Doch für einen modernen Winzer wie Christian Hirsch ist ein Blick über den Tellerrand immens wichtig. Er ist ein großer Fan internationaler Rebsorten. So schnupperte er schon früh in seinem Studium der Oenologie in Geisenheim auch Praxisluft im Ausland. 2007 absolvierte Christian als einer von zehn Praktikanten aus der ganzen Welt ein Praktikum im US-amerikanischen Sonoma County –  dem Haus- und Hoflieferanten für Wein des Weißen Hauses. Die Erfahrung in den USA hat ihn so stark begeistert, dass er sich im Anschluss ein einjähriges Stipendium am Robert Mondavi Institute der University of California Davis schnappte. Die Zeit hat ihn und seinen Gaumen sogar so stark geprägt, dass er "mit verzogenem Gaumen" zurückgekommen sei, wie er selbst sagt. Was war das erste, das er nach seiner Rückkehr nach Württemberg gemacht hat? Na klar: Zum Akklimatisieren war erst einmal eine Flasche guter alter Trollinger nötig – zurück zu den Wurzeln quasi.

Probieren geht eben doch noch immer über Studieren ...

2013 stieg Christian in den elterlichen Betrieb ein und wurde zu 100 Prozent schwäbischer Jungwinzer. Für ihn ist ganz klar: "Weine sind der Spiegel der Winzer." Durch seine internationale Erfahrung, seinen Bezug zur Region und seinen modernen Blick auf die Winzerei hat er im Frühjahr 2015 seine eigene Produktlinie "Hirsch ist Wild" gegründet, die inzwischen 25 Weine umfasst. Ganz getreu dem Motto von HirschWeine: Frischer Wind durch alte Reben. Im Oktober 2020 folgte der bisherige Höhepunkt: Beim größten deutschen Wettbewerb für Rotweine belegte Christian Hirschs Cabernet Franc ("Großes Geweih") den ersten Platz in der Kategorie "Internationale Rebsorten". Und nun kommt das Projekt Fusion No. 1 ins Spiel: Das Fass, in dem der beste Rotwein Deutschlands zuvor lagerte, steht nun bei der Sauerländer Edelbrennerei – gefüllt mit dem White Raven New Make, der bei den Craft Spirits Berlin als klassenbestes Destillat in der Whisky-Klasse prämiert worden ist.

Dummy Drei verschiedene Charaktere für einen unvergleichlichen Whisky: Julius, Julian und Thomas (v.l.n.r.)

Sauerländer Edelbrennerei: Brennerei für Whisky und Leidenschaft

Leidenschaft, Regionalität und ein Produkt der Extraklasse – das ist es, was die Sauerländer Edelbrennerei ausmacht. Das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen: Der Thousand Mountains Mc Raven Single Malt Whisky – mit keinem geringeren Anspruch, als das Flaggschiff der deutschen Whisky-Landschaft zu werden. Mit ihrem selbst entwickelten und aromaschonenden Brennverfahren, fundiertem wissenschaftlichem Hintergrund sowie ganz viel Herz interpretieren die Jungs der Sauerländer Edelbrennerei den Single Malt Whisky neu. Kein Wunder also, dass der Mc Raven bei der International Wine & Spirit Competition direkt im ersten Anlauf mit Silber ausgezeichnet wurde. Das Fass dieses prämierten Whiskys liegt nun bei Christian Hirsch – gefüllt mit dem oben erwähnten und ebenfalls prämierten Spitzen-Rotwein.

Das Land der Tausend Berge, wie das Sauerland gerne genannt wird, verleiht dem Whisky nicht nur seinen Namen. Auch die meisten Rohstoffe für das edle Destillat kommen direkt aus der Nachbarschaft: vom Wasser aus dem eigenen 188 Meter tiefen Brunnen bis hin zur Gerste. Dass landschaftlich auch noch eine gewisse Ähnlichkeit zu den schottischen Highlands besteht – reiner Zufall. Wie gut Tradition und Innovation zusammenpassen, führt die Brennerei ganz besonders vor Augen: mit einer klassisch-modernen und stets auf Hochglanz polierten Brennanlage, einem unfassbar gemütlichen Tasting-Raum und einer Theke mitten im Produktionsbereich.

Ganz in ihrem Element: Julius, Thomas und Julian (v.l.n.r.)

Julian Wellhausen, Julius Vosloh und Dr. Thomas Lesniowski teilen vor allem eines: die riesige Leidenschaft für ihren Whisky. Julian, gelernter Anlagenmechaniker aus Arnsberg, entschied sich allein aufgrund seiner Begeisterung fürs Whiskybrennen für den Umzug ins Dörfchen Kallenhardt. Was war seine erste Amtshandlung? Der Beitritt zum lokalen Schützenverein – klingt komisch, ist aber typisch Sauerland. 2007 stieg er als erste Vollzeitkraft in den Betrieb ein und verantwortet seitdem die Produktion des Whiskys. Sein fundiertes Brennwissen eignete er sich autodidaktisch und an der Uni Hohenheim an. Julians unvergleichliches Gespür für Aromen und seine Liebe zum Detail machen es möglich, dass der Whisky so gut ist, wie er ist. Der nächste im Bunde: Julius. Seit 25 Jahren ein Freund der Brennfamilie, hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Der Wirtschaftsinformatiker ist zuständig für IT und Verwaltung. Mit seinem Know-how bringt er die Digitalisierung im Unternehmen voran. Er selbst bezeichnet sich als "Schnittstelle der Destillerie". Kein Wunder – bei Julius laufen alle unternehmischerischen Fäden zusammen. Seine Expertise und Liebe zum Whisky sind für den Erfolg der Sauerländer Edelbrennerei unverzichtbar. Zuständig für Marketing und Vertrieb ist Dr. Thomas Lesniowski. Spätestens während seiner Promotion entdeckte der Biologe seine Leidenschaft für die Destillation. Er hat eine Menge von der Welt gesehen und bringt reichlich fachliche Erfahrung mit – sowohl zum Thema Brennen als auch in Sachen Vertrieb. Ob für Führungen, in der Kommunikation nach Außen oder in der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern – mit seinem Charisma ist Thomas der richtige Mann.